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Hier im Kirchenschiff sind wir mit der ganzen Kirche vereint:

mit ihrem Haupt Christus und mit allen Heiligen, die bildhaft

bei uns gegenwärtig sind. Daher finden wir in der Mitte des

Schiffes zumeist ein Pult (manchmal auch mehrere), auf dem

die Ikone des Tagesfestes oder -heiligen oder auch des Patrons

dieser Kirche liegt. Daneben stehen in der Regel ein oder mehrere

Kerzenleuchter.

Wir sind jetzt im Hause des Herrn - und dies zusammen mit

allen Heiligen. In ähnlicher Weise, wie wir bei einem Besuch

im Haus unserer Freunde und Verwandten diese begrüßen,

begrüßen wir auch hier mit Ehrerbietung Gott und seine

Heiligen, die in seinem Haus "wohnen". Wir stecken unsere

Kerzen auf die Kerzenständer und zünden sie an. Wir

bekreuzigen und verneigen uns vor den Ikonen und küssen

sie. Auf diese Art und Weise wollen wir unsere Verehrung

gegenüber Gott und seinen Helligen zum Ausdruck bringen

und unser Gebet durch das brennende Licht der Kerzen

sichtbar machen. Sie erinnern uns an das Gleichnis Christi

von den klugen und wachsamen Jungfrauen, die dem Herrn

mit brennenden Leuchten zum Hochzeitsmahl entgegen

gingen: "Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm

entgegen!" (Mt 25,6). Wir entzünden die Kerzen nicht nur für

uns selbst, sondern auch für unsere Schwestern und Brüder.

Dabei gedenken wir ebenfalls der Entschlafenen und zünden

auch zu ihrem besonderen Gedächtnis Kerzen an; denn in der

Gemeinschaft der Kirche gibt es keine Trennung zwischen den

schon entschlafenen und den noch auf Erden lebenden

Gläubigen. In manchen Kirchen ist für dieses Totengedenken

ein besonderer Platz bestimmt, wo eine Darstellung der

Kreuzigung Christi auf Golgotha steht.

Totengedenkgottesdienste werden oft hier gefeiert.

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