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DIE GOTTLICHE LITURGIE

GEDÄCHTNIS

ALS VERGEGENWARTIGUNG

DES ERLOSUNGSWERKES

CHRISTI

'Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben

habe: Der Herr Jesus nahm in der Nacht, in

der er ausgeliefert wurde, das Brot, dankte und brach es

und sprach: 'Das ist mein Leib, der für euch gebrochen

wird; das tut zu meinem Gedächtnis!' Ebenso nahm er

nach dem Mahl den Kelch und sprach: 'Dieser Kelch ist

der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus

trinkt, zu meinem GedächtnisV Denn sooft ihr von diesem

Brot eßt und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr den

Tod des Herrn, bis er kommt" (1 Kor 11,23-26).

1. Bedeutung

Das griechische Wort "leüourgia" (abgeleitet von leitos = öffentlich,

gemeinschaftlich und ergon = Werk, Dienst, vgl. S. 37)

bedeutet ein öffentliches Werk. Das Handeln des Gottesvolkes

ist ein gemeinschaftliches Werk, dem der Bischof bzw. der von

ihm beauftragte Priester vorsteht, wobei wir alle als Mitliturgen

den Gottesdienst feiern. Die Teilnahme der gesamten

versammelten Gemeinde wird auch durch die Pluralform

bezeugt, in der die vom Priester während der Liturgie

gesprochenen Gebete abgefaßt sind. Niemand ist hier ein

passiver Teilnehmer, sondern jeder wirkt mit, wenn auch in

unterschiedlicher Funktion: Der Priester, die Diakone, die

Sänger und das 'ganze umstehende Volk'. Die Eucharistiefeier

ist ja ein Ereignis, das Kirche stiftet. Sie wirkt Gemeinschaft

(griech. koinoniä), in der die Vielen ein Leib in Christus sind.

Dieser gemeinschaftliche Charakter der Liturgie wird auch

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