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WIR TRETEN IN DIE KIRCHE

EIN

'Das Gotteshaus ist ein Abbild dessen, was auf der Erde,

was im Himmel, und dessen, was über dem Himmel ist:

der Vorhof ist so das Abbild von dem, was sich auf der

Erde befindet, das Schiff ober verkörpert den Himmel,

der allerheiligste Altarraum hingegen stellt das dar, was

über dem Himmel ist."

Mit diesen Worten beschreibt der Metropolit Syxneon von

Thessaloniki (gest. 1429) in seiner Schrift "Über den heiligen

Tempel" Anfang des 15. Jahrhunderts den orthodoxen

Kirchbau.

In Entsprechung zu der Sinndeutung der seit alters überlieferten

Dreigliederung des Kirchengebäudes hat sich auch seine

ikonographische Gestaltung entwickelt, die davon ausgeht,

daß sowohl der Kirchenbau nach Osten hin gerichtet ist wie

auch die Gebetshaltung: "Orthodoxe Gotteshäuser werden in

der Regel auch heute wie die Stiftshütte, Salomons Tempel

und alte christliche Kirchengebäude nach Osten ausgerichtet,

der als Symbol der Hoffnung und des Lebens gilt. Als Belege

dafür werden gewöhnlich der Garten Eden angeführt, den

Gott gegen Osten hin pflanzte (Gen 2,8), die Sinndeutung der

Sonne und des Ostens als Bilder Christi, das im Osten

aufsteigende Licht, das als Zeichen der Ankunft Christi in

Herrlichkeit verstanden wird, wie überhaupt der Osten, zu

dem wir uns im Gebet in Erwartung seiner Wiederkunft hinwenden:

'Denn wie der Blitz vom Osten ausgeht und bis zum

Westen leuchtet, so wird auch das Kommen des

Menschensohnes sein' (Mt 24,17)" (Kallis, Liturgie, S. XV f.).

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