Kradblatt Ausgabe Mai 2019

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14 F.B Mondial HPS 125i

Man mag ja über europäisch-chinesische

Kooperation – von denen es ja

einige gibt – denken, was man will, aber

sie haben neben dem Preis auch noch

eine andere gute Seite. Metall. Dort,

wo sich andernorts längst Plastik der

Maschinenästhetik bemächtigt hat, da

darf es im Reich der Mitte noch echter

Stahl sein. Allein das an vier Streben

befestigte Vorderradschutzblech der

Mondial ist ein echter Augenschmaus

und verrät dem geübten Blick schon auf

Anhieb, woher der Wind weht (nämlich

aus dem Reich der Mitte). Dazu gesellen

sich beispielsweise gusseiserne

Bremsflüssigkeitsbehälter statt der

selbst an Premiummodellen heutzutage

zu findenden „Pipi“-Becher aus schnödem

Kunststoff.

Beim Motor gehen die neuen Herren

bei Mondial andere Wege: diesen, der

bei vielen Mitbewerbern eine luftgekühlte

japanische Lizenzproduktion aus

längst vergangener Zeit ist, haben sie

nicht in China eingekauft. Nein, wenn

man schon einen traditionsreichen

Namen aus der einst noch ruhmreicheren

italienischen Motorradlandschaft

wieder zum Leben erweckt, darf es dann

bitte auch wenigstens ein Triebwerk aus

heimischer Produktion sein. Und das

ist noch vor dem hübschen Design die

größte Stärke der HPS, denn es handelt

sich um ein wassergekühltes Aggregat

von Aprilia. Zu dieser Wahl kann man

nur gratulieren.

Der 124-Kubik-Motor reagiert zwar

unmittelbar nach dem Start recht phlegmatisch

und will gerne drei, vier Kilometer

lang erst einmal angewärmt werden.

Dabei gibt die in kaltem Zustand

zunächst noch warnend blinkende

Kühltemperaturanzeige ein wenig Orientierung.

Aber dann entfaltet das kleine

Aggregat sein italienisches Temperament.

Mit einer kleinen Einschränkung:

Das gilt erst bei Drehzahlen ab 6.000

Umdrehungen in der Minute, wenn der

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