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Perspektiven2018Stahl

Schwächen (Weaknesses):

Schwächen (Weaknesses): - Die Branche ist in hohem Maße abhängig von der Entwicklung der Weltkonjunktur; zyklische Schwankungen haben signifikante Auswirkungen auf die Nachfrage. Massive Überkapazitäten, allen voran in China, gefährden die Wettbewerbsposition und belasten die Ertragslage, - in Deutschland sind kaum natürliche Rohstoffe vorhanden, so dass die Unternehmen nahezu vollständig auf Importe angewiesen sind; die Metallerzeuger befinden sich in einer Sandwichposition zwischen oligopolistisch strukturierten Rohstofflieferanten und Abnehmern mit hoher Marktmacht, - es besteht eine z.T. große Interdependenz zwischen den spezifischen Entwicklungen in den Abnehmerbranchen und der Geschäftsausrichtung auf der Lieferantenseite; dies erhöht die Anfälligkeit gegenüber zyklischen Nachfrageschwankungen, - bei Standardprodukten besteht ein latenter Preisdruck, der eine rentables Geschäft erschwert, - Umwelt- und energiepolitische Maßnahmen, wie das Erneuerbare Energien-Gesetz und der Emissionszertifikatehandel, führen zu einseitigen Belastungen der Stahl- und Metallbranche im internationalen Wettbewerb. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 58

Chancen (Opportunities): - Durch eine gezielte Internationalisierungsstrategie und den Aufbau von Produktionskapazitäten vor Ort können deutsche Unternehmen von der zunehmenden weltweiten Nachfrage profitieren, - für die wichtigsten Abnehmerbranchen (Bau, Fahrzeugbau, Maschinenbau, EBM-Industrie) bestehen mittelfristig positive Konjunkturerwartungen, - langfristig wegweisende Trends auf Seiten der Abnehmerbranchen erhöhen die Nachfrage nach Stählen und Metallen, zum Beispiel im Sektor Leichtbau (bsplw. Im Bereich der Warm- und Kaltumformung sowie bei der Umformung zur Verarbeitung von Festigkeiten größer als 600 MPa, dem sog. Smartumformverfahren) und in der Elektromobilität, - Unternehmen müssen ihre Produktion flexibel anpassen können, um auch keinlosige Aufträge rentabel bearbeiten zu können, wozu die Digitalisierung hinreichende Möglichkeiten verschafft. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 59