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Perspektiven2018Stahl

Rolle der OEMs –

Rolle der OEMs – Marktszenario 2025 Die möglichen Funktionen der OEMs (Original Equipment Manufacturer) im Jahr 2025 sind die eines OEM als reiner Hardware-Anbieter, eines OEM als umfassender Daten- und Mobilitäts-Manager mit einem starken E-Mobilitätssegment, eines reinen Commodity-Herstellers oder eines OEM als Anbieter technisch eher gleichbleibender Produkte: Quelle: Automobil-Produktion, Heft 1-2, 2018 Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 76

Exkurs: Veränderungen in den Lieferstrukturen der Automobilzulieferer und Schlüsseltrends in der Automobilindustrie Die Wirkungen des verschärften globalen Wettbewerbs, die Zunahme des Entwicklungsaufwands und des Kostendrucks haben enorme Auswirkungen auf die gesamte automobile Wertschöpfungskette und führen dort zu insgesamt tiefgreifenden Strukturveränderungen. Dieser Prozess bringt erhebliche Umschichtungen und Neuverteilungen von Funktionen, Chancen und Risiken in der Zulieferbranche mit sich. Aus Flexibilitäts- und Kostengründen haben Automobilhersteller (OEMs- Original Equipment Manufacturer) in der Vergangenheit große Teile der Entwicklungs- und Fertigungsleistungen ausgelagert. Die OEM fokussieren sich auf die Kernkompetenzen Entwicklung, Vertrieb und Marketing und stellen tendenziell die anderen Funktionsbereiche zur Disposition. Zugleich erhöhen sie den Anteil der Lieferungen, der aus globalen Beschaffungsquellen stammt. Ziel der Hersteller ist es dabei, die Möglichkeiten des globalen Wettbewerbs zu nutzen, um geringere Währungsrisiken und Kostenvorteile zu realisieren, sowie im Zuge der Markterschließung ein geeignetes Lieferumfeld aufzubauen. Die Auslagerung der Wertschöpfungstiefe auf Seiten der OEMs ermöglicht darüber hinaus eine Variabilisierung von fixen Kosten und damit ein höheres Maß an Flexibilität bei Schwankungen der Nachfrage sowie der spezifischen Zyklen der Industrie. Damit versuchen die Automobilhersteller, den Balanceakt zwischen produktionsbezogener Differenzierung gegenüber den Kunden und einer größtmöglichen Kostenreduzierung durch Standardisierung von Teilen und Auslagerung von Fertigungsanteilen zu erreichen. Die einzelnen Fertigungsmodelle sollen sich klar unterscheiden, gleichzeitig sollen in der Beschaffung und Fertigung maximale Skaleneffekte erzielt werden. Somit hat sich inzwischen ein Prozess vollzogen, bei dem die OEMs nicht nur eine Kostenabwälzung auf Zulieferer (Auslagerung lohn- und kostenintensiver Bereiche) vorgenommen, sondern auch eine Risikoverlagerung (Marktschwankungs- und Volatilitätsrisiken) erreicht haben. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 77