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Perspektiven2018Stahl

Hochlegierte Stähle

Hochlegierte Stähle enthalten Legierungselemente von mindestens 5%, die zur Erzielung besonderer Eigenschaften des Stahls eingesetzt werden, wie z.B. Verhinderung von Korrosion, Säurebeständigkeit, Festigkeit des Werkstoffs und Elastizität. Wichtigste Legierungselemente sind Chrom, Nickel, Vanadium, Molybdän, Titan u.a. Die Einsatzgebiete von hoch legiertem Stahl sind sehr vielseitig und umfassen alle Bereiche der Wirtschaft, z.B. Chemieanlagenbau, Motorenbau, Werkzeugbau, Schienen- und Fahrzeugbau und viele andere. Rostfreie Stähle zeichnen sich durch einen Anteil von mindestens 10,5 Prozent Chrom aus. Sie sind durch ihren Chromgehalt in Verbindung mit Sauerstoff „passiviert“, was bedeutet, dass sie besonders reaktionsträge und korrosionsbeständig sind. Je nach Legierungselementen weisen rostfreie Stähle verschiedene Gefügeformen auf: - Austenitische Stähle sind die mit Abstand am weitesteten verbreiteten rostfreien Stähle. Sie sind nicht magnetisierbar, schwer zu zerspanen aber gut umformbar und besitzen eine gute Schweißeignung. Sie sind jedoch sehr zäh bei relativer Festigkeit und nicht härtbar. - Ferritische Stähle sind magnetisierbar, schwer zerspanbar und schweißgeeignet. Von großer Bedeutung ist ihre Warmfestigkeit. - Martensitische Stähle weisen die höchste Festigkeit unter den rostfreien Stählen auf und können die größte Härte erreichen. Durch ihren relativ hohen C-Gehalt sind die für eine Wärmebehandlung geeignet. Wegen der guten Umformbarkeit z.B. von Blechen aus rostfreiem Stahl finden Teile aus diesem Material eine immer größere Verbreitung in der Industrie, im Haushalt oder auch in medizinischen Geräten. Obwohl sich die meisten rostfreien Stähle nur sehr schlecht zerspanen lassen, bietet ihr Einsatz überwiegend Vorteile. Hier sind beispielsweise neben hygienischen Aspekten auch die Langlebigkeit der produzierten Teile und Vorteile im Umweltschutz zu nennen. Nachteil gegenüber anderen Stählen ist jedoch die zumeist geringe Zugfestigkeit und oft fehlende Härtbarkeit. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 86

- Einteilung der Stähle nach dem Verwendungszweck: Eine praxisübliche Einteilung der Stahlsorten ist die nach dem Verwendungszweck. Zu unterscheiden sind Baustähle und Werkzeugstähle mit weiteren Differenzierungen: Baustähle - Unlegierte Baustähle Die chemische Zusammensetzung unlegierter Stähle muss so bemessen sein, dass kein beigefügtes Element einen vorgegebenen Grenzgehalt 1) überschreitet. - Qualitäts- und Edelstähle Es handelt sich um unlegierte (z.B. keine Anforderungen an den Reinheitsgrad) oder legierte Stähle (mit besonderen Anwendungsbedingungen), die aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung zum Vergüten (Wärmebehandlung mit dem Ziel, dem Stahl eine möglichst hohe Zähigkeit bei vorgegebener Festigkeit zu verleihen) geeignet sind. Entsprechend ihrem Einsatzzweck können Stähle dabei unterteilt werden in: Allgemeiner Baustahl, Einsatzund Vergütungsstähle, Automatenstähle, Nitrierstähle, Verschleißfeste Stähle, Warmfeste Stähle, Federstähle, Wälzlagerstähle und Hochfeste Stähle. - Werkzeugstähle Zur Gruppe der Werkzeugstähle zählen unlegierte und legierte Edelstähle mit hoher Härte, großem Verschleißwiderstand und Zähigkeit, die sich zur Be- und Verarbeitung von Werkstoffen eignen. Werkzeugstähle werden unterteilt in unlegierte und legierte Kaltarbeitsstähle, Warmarbeitsstähle, Kunststoffformenstähle und Schnellarbeitsstähle. 1) Beispiele: Aluminium (Al) 0,10; Chrom (Cr) 0,30; Mangan (Mn) 1,63; Nickel (Ni) 0,30, Silizium 0,50. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 87