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Perspektiven2018Stahl

Hinweis: Blankstahl hat

Hinweis: Blankstahl hat keine eigene Klasse nach der Zusammensetzung, da sich quasi fast jeder Werkstoff zur Blankstahlherstellung eignet; die Blankstahlgüten sind in der EN 10277 - Blankstahlerzeugnisse – dokumentiert. Rostfreie Stähle Rostfreie Stähle sind Stähle mit einem Massenanteil Chrom von mindestens 10,5% und höchstens 1,2% Kohlenstoffgehalt. Foto: Chrom plattierter rostfreier Stahl, Ugitech Der häufigste Legierungstyp eines nichtrostenden Stahls, der uns im Alltag begegnet, ist die Legierung X5CrNi18-10 (Werkstoffnummer 1.4301, Aufschrift 18/10). Hierbei handelt es sich um einen relativ weichen, nickelhaltigen, nicht ferromagnetischen Austenit-Stahl, der z.B. für Töpfe, Essbesteck (ausgenommen Messerklingen), Spülbecken und andere Einsatzzwecke geeignet ist. Für Werkzeuge und Messer werden härtbare martensitische Stähle verwendet, die neben Chrom oft auch Vanadium und Molybdän enthalten und magnetisch sind. Typische Stahlsorten hierfür sind X30Cr13 und die hochwertigere Legierung X50CrMoV15 (vgl. Messerstahl). Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 88

Im Offshore-Bereich finden vielfach ferritisch-austenitische Duplex-Stähle, wie z. B. der Werkstoff 1.4462 (X2CrNiMoN22-5-3) Anwendung. Anstelle von Nickel kann für austenitische Stähle auch das billigere Mangan als Legierungselement verwendet werden, aber die allgemeine Qualität dieser Stähle ist niedriger. Die Beständigkeit gegenüber Korrosion sinkt mit steigendem Kohlenstoffgehalt, da Chrom eine hohe Kohlenstoffaffinität besitzt und sich hartes, sprödes Chromkarbid vorwiegend an den Korngrenzen bildet, zu Lasten von schützendem Chromoxid. Außerdem neigen dann die Stähle zur interkristallinen Korrosion. Um diesem Effekt entgegenzuwirken und damit auch die Schweißbarkeit zu verbessern, werden der Kohlenstoffgehalt niedrig gehalten und die entsprechenden Stahlsorten noch durch Zugabe von Niob oder Titan (die eine höhere Affinität zum Kohlenstoff als Chrom haben), stabilisiert. Derartig stabilisierte, rein ferritische Stähle mit 12 bis 18 % Chromgehalt wie X2CrTi12 (1.4512), X2CrTiNb18 (1.4509), X3CrTi17(1.4510) stellen heute den wichtigsten Werkstoff für den Bau von Abgasanlagen in der Automobilindustrie dar. Annähernd 10% der weltweiten Produktion rostfreier Stähle entfällt auf diese Anwendung. Der kostensparende Verzicht auf Nickel, sowie der geringere Wärmeausdehnungskoeffizient des ferritischen Kristallgitters sind die spezifischen Vorteile dieser Stähle. Molybdän als Zusatzlegierung verbessert die Korrosionsbeständigkeit. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 89