Aufrufe
vor 7 Monaten

Perspektiven2018Stahl

Risiken (Threats): - Die

Risiken (Threats): - Die zu erwartende verstärkte Konsolidierung innerhalb des chinesischen Marktes wird große Unternehmenseinheiten hervorbringen, die sich mittelfristig als Weltmarktführer in verschiedenen Marktsegmenten etablieren werden, - die Konkurrenz durch Wettbewerber aus den „Emerging Markets“ dürfte zunehmen, weil sie kostengünstig meist unter geringen Auflagen produzieren können und sofern sie die Qualität ihrer Produkte verbessern, - die Neugestaltung des europäischen Emissionshandels führt zu Belastungen der Unternehmen des Metallerzeugung und - bearbeitung und forciert Produktionsverlagerungen ins außereuropäische Ausland (Carbon Leakage), - Kürzere Produktions- und Innovationszyklen führen zu Nachteilen hinsichtlich der Gestaltung langfristig technisch ausgereifter Produkte, wobei Substitutionseffekte zwischen einzelnen Metallen oder mit anderen Werkstoffen zu vermehrter Konkurrenz führen, - hohe Arbeitskosten und der sich verschärfende Fachkräftemangel gefährden auf Dauer die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Industriestandortes. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 60

3.3.4 Stahlverarbeitung 3.3.4.1 Marktbedeutung für das Stahlgeschäft Die Bedeutung einer Branche lässt sich u.a. an dem sog. Produktionswert messen, der den Wert der von inländischen Wirtschaftseinheiten in einer Berichtsperiode produzierten Güter und Dienstleistungen beinhaltet. Der Produktionswert enthält auch die von anderen Wirtschaftseinheiten bezogenen Vorleistungen. Bereinigt man den Produktionswert um die Vorleistungen, ergibt sich die sog. Bruttowertschöpfung. Die Stahlindustrie in Deutschland ist Teil eines erfolgreichen Clusters von Industrien, die sich im internationalen wie nationalen Wettbewerb gut behaupten. Zu diesem Cluster gehören insbesondere der Maschinenbau und der Straßenfahrzeugbau. Dies hat u.a. zur Konsequenz, dass die Stahlindustrie ihren Anteil an der Wertschöpfung im Vergleich zu anderen Grundstoffindustrien gut behaupten konnte. Allerdings resultiert die Stärke eines Clusters nicht allein aus dem Potenzial der einzelnen Unternehmen, sondern daraus, wie diese interagieren. Daher lässt sich die Bedeutung einer Branche nur unzureichend an deren Anteilen an gesamtwirtschaftlichen Größen messen, seien es der Produktionswert oder die Bruttowertschöpfung. Die technische Bedeutung eines Produkts korreliert nämlich in der Regel nicht mit der eingesetzten Menge, sondern ergibt sich aus den Verflechtungen mit vor- und nachgelagerten Sektoren. Die Wirkungen einer Erhöhung der Stahlnachfrage auf die Lieferanten von Vorleistungen der Stahlindustrie lassen sich mit Hilfe von Input-Output-Tabellen analysieren. Für Deutschland zeigt sich, dass der Produktionsmultiplikator in der Stahlindustrie mit 2,7 vergleichsweise hoch ist; d.h. eine um einen Euro höhere Nachfrage nach Stahl füḧrt in der Gesamtwirtschaft zu einem um 2,7 Euro höheren Produktionswert. 1) 1) Quelle: RWI – Rheinisch Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 61