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Perspektiven2018Stahl

3.3.4.2.6 Stahl- und

3.3.4.2.6 Stahl- und Metallverarbeitung Die Stahl und Metall verarbeitenden, meist mittelständisch strukturierten Betriebe, verarbeiten rd. 20 Mio. t Stahl pro Jahr und zeichnen sich durch hohe Spezialisierung und Wettbewerbsintensität aus. Die vorgelagerten Unternehmen gehören überwiegend der Bau-, Automobil- und Elektroindustrie an. Nach einem Produktionsplus von 5,4% in 2016 und von 6,2% in 2017 werden die zukünftigen Geschäftsaussichten wegen des Kostendrucks von der Stahl- und Metallseite her etwas vorsichtiger beurteilt: Branchenzahlen der stahl- und Metallverarbeitung 2016 und 2017 Quelle: WSM In den WSM Nachrichten aus 1/2018 heißt es hierzu: „Es ist zu beachten, dass die wichtigsten Abnehmerindustrien im Inland kein vergleichbares (hohes) Wachstum erzielen konnten. Das legt die Vermutung nahe, dass die indirekten Exporte Wachstumstreiber der Stahl- und Metall verarbeitenden Unternehmen waren. Dazu passt, dass die Auslandsproduktion der OEMs um 7% zugenommen hat. Ebenso stark ist der Auslandsumsatz der Kfz-Teile Industrie angestiegen. Diese Entwicklung – TIER 1-Lieferanten der Automobilhersteller produzieren in Deutschland und exportieren an die Auslandsproduktionsstandorte der OEMs – birgt die Gefahr, dass die in der Regel sehr großen Komponenten. Und Systemhersteller ihren Kunden ins Ausland folgen und die Produktion in Deutschland auch für die Zulieferer mittelfristig sinkt“. Im bisherigen Jahresverlauf Jahr 2018 zeichnet sich diese Entwicklung jedoch noch nicht ab. Es wird mit einem Produktionsplus von 4,2% (lt. Geschäftsklima WSM) gerechnet. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 84

4. Sonderteil: Fokussierung auf Werkstoffe für industrielle Einsatzzwecke Stahl ist auch heute noch einer der wichtigsten Werkstoffe der Technik überhaupt. Ohne ihn wäre unsere moderne Wirtschaft nicht existenzfähig und unser alltägliches Leben nicht möglich. Wenn man nach der klassischen Definition des Begriffs Stahl geht, dann handelt es sich dabei um eine Metalllegierung mit dem Hauptbestandteil Eisen, einem Kohlenstoffanteil von unter 2 % und gegebenenfalls anderen Elementen. Im europäischen Stahlregister sind mehr als 2.300 unterschiedliche Stahlsorten aufgeführt. Je nach Menge und Anteil der Zusatzstoffe (Legierung) eignen sich die unterschiedlichen Stahlsorten für verschiedenste Zwecke. - Einteilung der Stähle nach dem Reinheitsgrad: Bei der Einteilung der Stähle nach dem Reinheitsgrad ist zwischen unlegierten Stählen und legierten Stählen zu differenzieren: Legierte Stähle wurden früher in der DIN weiterhin in niedrig- und hochlegierte Stähle eingeteilt. Dieser Einteilungsmodus ist aber durch die Europäisierung der Normen nicht mehr aktuell. Dennoch sollen diese Begriffe in dieser Branchenstudie weiter verwendet werden, da sie noch weit verbreitet sind. (Niedrig-) legierte Stähle zeichnen sich dadurch aus, dass der Gehalt jedes Legierungselementes < 5% beträgt, wobei sie prinzipiell ähnliche Eigenschaften wie unlegierte Stähle haben. Technisch wichtig ist ihre wesentlich bessere Eignung zur Beeinflussung der mechanischen Eigenschaften durch Wärmebehandlung und mit speziellen Legierungskombinationen auch eine erhöhte Warmfestigkeit. Beispiele für Legierungselemente sind Nickel und Chrom. Niedrig legierte Stahlsorten sind resistent oft gegenüber hohen Betriebstemperaturen, wenn sie mit Si (Silizium) legiert werden. Sie werden hauptsächlich für die Fertigung von Armaturen und Pumpen eingesetzt, aber ebenso für die Produktion von Trenn- und Schleifwerkzeugen sowie von Bohrern und Fräsköpfen. Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 85