Aufrufe
vor 4 Monaten

Perspektiven2018Stahl

Entwicklung des

Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes im Euroraum (in %) in ausgewählten Ländern 2017 2018 2019 Euroraum 1) 2,3 2,1 1,9 - Deutschland 2) 2,0 2,2 2,1 - Frankreich 1,8 1,9 1,7 - Italien 1,5 1,4 1,3 - Spanien 3,1 2,3 2,0 - Niederlande 3,4 2,7 2,0 - Belgien 1,5 1,7 1,8 - Österreich 2,9 2,5 1,8 - Irland 3,9 3,7 4,1 - Finnland 2,9 2,1 2,1 - Portugal 2,7 1,9 1,9 - Griechenland 0,9 2,0 2,0 - Slowakei 3,5 3,8 3,7 - Slowenien 4,6 3,2 3,2 Sonstige Länder: - Vereinigtes Königreich 1,6 1,7 - Norwegen 1,5 1,6 - Polen 3,9 2,9 1) EU ECONOMIC OUTLOOK 2018-2019, Eurofer 2017 2) lt. Gemeinschaftsdiagnose vom Herbst 2017 (DIW, ifo, ifw, IWH, RWI) Quelle: Eurostat, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Kieler Konjunkturberichte, ifw 9/2017, 10/2017 Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 8

Exkurs: Europäische Zentralbank - Zwischen „Pro“ 1) und „Contra“ 2) Die Europäische Zentralbank wurde 1998 als gemeinsame Währungsbehörde der Europäischen Währungsunion gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt. Präsident ist seit 1. November 2011 der Italiener Mario Draghi. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören die Regulierung der Geldmenge und die Überwachung des europäischen Bankensystems. Ihr Ziel ist es, große Schwankungen des Geldwertes zu verhindern und das Preisniveau in der Eurozone stabil zuhalten. Ihr wichtigster Steuerungsmechanismus ist dabei der Leitzins, der bestimmt, zu welchem Zinssatz die nationalen Geschäftsbanken Geld leihen können. Weitere wichtige Steuerungsinstrumente sind die Festlegung der Mindestreserve und die Intervention am Devisenmarkt. Die europäische Zentralbank hat auf ihrer 1. Sitzung in 2018 (25. Januar) an ihrer ultralockeren Geldpolitik festgehalten. Der Leitzins wurde weiterhin auf dem Rekordtief von 0,00% belassen; der Strafzins, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld über Nacht bei der EZB parken, bleibt bei minus 0,4 Prozent. Das Wertpapierprogramm, das inzwischen auf 2,3 Billionen Euro angewachsen ist, wird durch Käufe von Staatsund Unternehmensanleihen noch bis September ds. J. fortgesetzt und dürfte ein Niveau von rd. 2,55 Billionen Euro erreichen. Nach wie vor versucht die EZB mit Blick auf die Krisenländer in Südeuropa, die expansive Geldpolitik fortzusetzen. Mit dem vor allem in Deutschland umstrittenen ultralockeren Verhalten versucht die Notenbank seit Jahren, Konjunktur und Inflation europaweit anzuschieben. Eine Verlängerung des Ankaufprogramms im Notfall bleibt sogar denkbar, falls sich die Inflation dem Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent nicht nachhaltig annähert. Die Stimmung im Rat der Europäischen Zentralbank hat sich jedoch in jüngster Zeit zuungunsten der Befürworter der weiterhin expansiven Geldpolitik der EZB gewandelt; es wird damit gerechnet, dass die Gegner bis zum Ende der Amtszeit des EZB-Präsidenten (Okt. 2019) mehr und mehr die Oberhand gewinnen, zumal sich die EZB schon länger schwer tut, überhaupt ausreichend Anleihen zu erwerben, um die eigenen Kaufregeln zu erfüllen. Insofern deutet manches darauf hin, dass die EZB nicht umhinkommen wird, die Geldpolitik zu straffen. 1) Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank EZB), u.a. Befürworter der expansiven Geldpolitik der EZB 2) Jens Weidemann, Präsident der Deutschen Bundesbank, u.a. Kritiker der in 12/ 2017 beschlossenen Verlängerung des Anleihekäufe durch die EZB Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 9