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14 | SMART BUILDING &

14 | SMART BUILDING & SMART CITIES Werkschau 2013 bis 2016 Nachhaltigkeit und Fertigteilbauweise im Einklang Mit einem ambitionierten Projekt hat der Studien- GANG Smart Building bereits im Gründungsjahr zu forschen begonnen. Im Auftrag des Tamsweger Bauunternehmens Ehrenreich wurde ein Prototyp für ein innovatives, nachhaltiges und wettbewerbsfähiges Fertighaus entsprechend dem „Biosphärenkonzept“ entwickelt. Im Rahmen des durch das Land Salzburg geförderten Projektes wurden auch Studierende und Lehrende von Holztechnologie und Holzbau mit eingebunden. Der ORF berichtete in Rahmen einer zehnminütigen Dokumentation über das entwickelte Biosphärenhaus aus dem Lungau. Der Lungau trägt gemeinsam mit den Kärntner Nockbergen seit Juli 2012 die Auszeichnung „UNESCO Biosphärenpark“. Diesem Lebensraum wollte die Ehrenreich GmbH ein Fertighaus, das saubere Energiequellen wie Holz, Sonne, Wasser und Biomasse nutzt, widmen. „Wobei auch die soziale und regionale Identität der Bewohner bei der Planung zu berücksichtigen war“, erzählt Studiengangsleiter Thomas Reiter. Der Fokus lag auf folgenden drei Säulen: 1. Regionale Wertschöpfung Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, die einzigartige Landschaft des Lungaus und die sauberen Energiequellen wie Holz, Sonne, Wasser und Biomasse als die wichtigsten regionalen Ressourcen zu nutzen. Dabei wird auch die soziale und regionale Identität der BewohnerInnen als „Ressource“ begriffen. Bei den Die Fertigbauteile werden mit Schafwolle gefüllt Die Projektbeteiligten im Interview mit dem ORF

Forschung | 15 verwendeten Bauprodukten aus Holz wurden für das Fertighaus bereits traditionell größtenteils regionale Produzenten herangezogen. Viele andere im konventionellen Fertighausbau verwendete Bauprodukte, wie Dämmstoffe, Fenster, Folien und Abdichtungsbahnen müssten normalerweise aus größerer Entfernung zum Standort der Firma gebracht werden. Das Ziel ist es, die Transportwege so gering wie möglich zu halten und durch alternative Materialien und lokale Anbieter die Wertschöpfung in der Region zu stärken. Basierend auf einer Firmen- und Produktrecherche von lokal im Biosphärenpark verfügbaren Bauprodukten und Dienstleistungen können die im Fertighaus verwendeten Bauprodukte fast ausschließlich über regional im Lungau verfügbare Alternativen gedeckt werden. 2. CO 2 -neutrale Herstellung Der Weg zur CO 2 -neutralen Herstellung eines Fertighauses, bedeutet die Kompensation sämtlicher für die Herstellung des Baus notwendigen CO 2 -Belastungen durch den maximalen Einsatz Projektbeteiligte: > > Ehrenreich Bau GmbH > > Fachhochschule Salzburg – Smart Building und Smart City von nachwachsenden Rohstoffen als CO 2 -Speicher. Um dieses Ziel der CO 2 - neutralen Herstellung zu erreichen, wurden beispielsweise ökologische Alternativen zu denen im Holzfertighaus verwendeten konventionellen Dämmstoffen mit seinen weiten Transportwegen, in Form von Schafwolle direkt in der Region, gefunden. Schafwolle als Nebenprodukt der Produktion von Schaffleisch wurde im Lungau bisher kaum genutzt obwohl sie traditionell weit verbreitet und in größeren Mengen verfügbar ist. Durch diese Maßnahmen lässt sich die Ökobilanz des Gebäudes gegenüber konventionellen Fertighäusern um ein vielfaches verbessern und bis zur völligen CO 2 -Neutralität in der Herstellung optimieren. 3. Nullenergie/Nullemissionen im Betrieb Das zukünftige Musterhaus im Biosphärenpark ist als Niedrigstenergiegebäude konzipiert und soll mit solartechnischen Anlagen für die Warmwasser- und Stromgewinnung ausgestattet werden. Für den Betrieb kann dann der externe Energiebezug des Gebäudes im Jahresmittel durch den eigenen Energiegewinn in Form von erneuerbare Energien aufgewogen werden. Wer zukünftig ein solches „Biosphärenpark-Nullemissionsgebäude“ errichtet, reduziert die Umweltbelastungen durch die Herstellung und Betrieb des Gebäudes gemäß der Biosphärenidee auf ein Minimum. Einsatzbereiche der heimischen Ressourcen im Biosphärenhaus: 1. Lungauer Schafwolldämmung 2. Lärchenschalung Sägerauh 3. Bauholz aus Fichte 4. Wandverkleidung aus Zirbe 5. Photovoltaik gespeist von Lungauer Sonnenschein