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46 | SMART BUILDING &

46 | SMART BUILDING & SMART CITIES Werkschau 2013 bis 2016 Manuel Kramer (3. Semester), Speedskifahrer © Speedski Austria

Lehre | 47 Die geheimen Doppelleben der Studierenden Manuel Kramer: mit 246 km/h zum Studienabschluss. Der 27-jährige gebürtige Flachauer Manuel Kramer war schon immer auf schnelle Disziplinen spezialisiert. Neben dem 1. Platz im Super-G bei der Junioren-WM 2009 startete er auch mehrmals im Weltcup. 2015 stieg Manuel auf den Extremsport Speedskiing um und feierte 2016 erste Erfolge im Weltcup sowie seinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord mit 246,9 km/h. Seit September 2015 studiert er Smart Building an der FH Kuchl. „Wie kommt man als ehemaliger Weltcupfahrer und Extremsportler dazu Smart Building zu studieren?“ „Da ich schon seit jeher im Profisport tätig bin, war es für mich an der Zeit eine neue Herausforderung anzunehmen. Ich war schon immer fasziniert vom Bauen, habe auch vor ein paar Jahren meine Wohnung selbst ausgebaut und renoviert. Als ich mich nach der Matura für ein geeignetes Studium umgesehen habe, bin ich auf Smart Building gestoßen und war sofort begeistert.“ „Wie lassen sich Studium und eine Speedskifahrer-Karriere vereinen?“ „Das Studium steht an erster Stelle, trotzdem ist die FH Salzburg sehr entgegenkommend und dafür bin ich sehr dankbar. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht machbar. Da die Weltcuprennen im Speedski geblockt im Frühjahr, also zu Semesterbeginn, stattfinden, versäume ich glücklicherweise keine Prüfungen. Dazu kommt, dass mich meine StudienkollegInnen, während der Zeit im Ausland, immer auf dem Laufenden halten.“ „Wie fühlt es sich an mit 246 km/h nahezu senkrecht den Berg hinunterzufahren?“ „Ich bin zwar während meiner Karriere schon einige Male die Streif in Kitzbühel gefahren, Speedski ist dann aber doch noch mal eine andere Liga. Wenn man z. B. in Vars in Frankreich am Start steht und die 1000 m lange Strecke mit 98 % Gefälle unter sich sieht, ist die Anspannung natürlich groß. Während der Fahrt bin ich extrem fokussiert, um nicht abzuheben oder zu stürzen. Der Adrenalinpegel ist dabei enorm, circa so hoch wie vor einer schweren Bauphysik-Prüfung.“ (lacht) „Was kannst du zukünftigen Studierenden mit auf den Weg geben?“ „Ich kann nur jedem empfehlen es zu versuchen. Ich habe selbst keine technische Vorbildung und war auch nie facheinschlägig berufstätig. Die Grundlagen lernt man aber alle im ersten Semester. Man muss am Anfang zwar etwas mehr durchbeißen als die HTL-Absolventen, aber mit etwas Ehrgeiz und Fleiß ist das zu schaffen. Ich habe es nicht bereut und freue mich auf das, was noch kommt.“ Manuel Kramer