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Mathematische und logische Grundlagen der Linguistik

Mathematische und logische Grundlagen der Linguistik

12 Kapitel 2 Hans als

12 Kapitel 2 Hans als Wort. Man kann auch sagen, daß im ersten Fall das Wort Hans ‘gebraucht’ wird während es im zweiten Fall ‘erwähnt’ wird. 9 Wird ein Ausdruck erwähnt, fungiert er als NAME für sich selbst. Naturwissenschaften Linguistik Metasprache der n-ten Stufe Metasprache der 2. Stufe Metasprache der 2. Stufe Metasprache der 1. Stufe (z.B. normale Sprache) Objektsprache (Fachterminologie) außersprachliche Gegenstände linguistische Metasprache (linguistische Methodologie) linguistische Beschreibungssprache (Fachterminologie) linguistische Objektsprache (Alltagssprache) Abb. 2.2. Objekt- und Metasprache in Naturwissenschaft und Linguistik Definition 2.10. Name Ein NAME ist ein metasprachlicher Ausdruck, der sich auf einen sprachlichen Ausdruck bezieht, z.B. um darüber eine linguistische Aussage zu machen. Der unterschiedliche Status von Hans in den beiden Sätzen kann durch typographische Konventionen wie Anführungszeichen oder Kursivschrift verdeutlicht werden: (2.8.) Hans ist ein Nomen. 'Hans' ist ein Nomen. Erwähnung kann rekursiv sein. (2.9.) Das Subjekt von 'Hans' ist ein Nomen ist "Hans". Vergleiche dazu auch folgendes Beispiel aus Carnap's Buch The Logical Syntax of Language (Carnap 1959: 156f.): 1. ist eine Ordnungszahl; 2. '' ist keine Ordnungszahl, sondern ein griechicher Buchstabe; 3. Omega ist ein griechischer Buchstabe; 4. 'Omega' ist kein griechischer Buchstabe, sondern ein Wort, welches aus 5 Buchstaben besteht; 9 Zur Unterscheidung von Gebrauch und Erwähnung vgl. auch Suppes (1957: 121ff.)

Allgemeine Grundbegriffe 13 Im Satz (4) wird nicht über Omega gesprochen, also nicht über '', sondern über 'Omega'. An Subjektstelle steht in (4) also nicht 'Omega' wie in Satz (3), sondern vielmehr "Omega". Das Wort Nomen ist ebenfalls ein metalinguistischer Ausdruck. Es ist ein Fachterminus, der einen theoretischen Begriff bezeichnet. Definition 2.11. Linguistischer Terminus Ein LINGUISTISCHER TERMINUS ist ein metasprachlicher Ausdruck, dem ein linguistischer Allgemeinbegriff durch Definition fest zugeordnet ist. Der jeweilige begriffliche Inhalt linguistischer Termini muß möglichst genau festgelegt werden. Dies kann durch Definitionen geschehen, durch welche die einzelnen Begriffe voneinander abgegrenzt werden. Die einzelnen Begriffe erhalten so einen festen Stellenwert im Rahmen eines zusammenhängenden Begriffssystems. Definition 2.12. Definition Unter einer DEFINITION versteht man die genaue Abgrenzung eines Begriffes innerhalb eines größeren Zusammenhanges unter Verwendung anderer Begriffe (EXPLIZITE Definition). Definition 2.13. Definiendum Der zu definierende Begriff heißt DEFINIENDUM (lat. 'das zu Definierende'). Definition 2.14. Definiens Der Begriff oder Begriffskomplex, durch den ein Begriff (das DEFINIENDUM) definiert wird, heißt DEFINIENS (lat. 'das, was definiert'). Ein solches System besteht zunächst aus einer Reihe von GRUNDBEGRIFFEN, die nicht EXPLIZIT definiert werden können, sondern entweder durch ihre Stellung im Gesamtsystem IMPLIZIT definiert sind, oder im Rahmen einer anderen Theorie definiert werden. Alle anderen Begriffe werden aus den Grundbegriffen durch Definition abgeleitet. Dabei können verschiedene Arten von Definitionen unterschieden werden. 10 Definition 2.15. Realdefinition Durch eine REALDEFINITION wird eine bereits bekannter Begriff auf andere bekannte Ausdrücke in Übereinstimmung mit deren Bedeutungen zurückgeführt (reduziert). Definition 2.16. Nominaldefinition Durch eine NOMINALDEFINITION wird ein neuer Begriff in die Wissenschaftssprache eingeführt und diese somit erweitert. Ein typisches Beispiel für dieses Verfahren ist Bloomfields Artikel 'A Set of Postulates...' (1926, vgl. Kapitel 1). Dort wird beispielsweise SPRECHAKT als Grundbegriff vorausgesetzt und als ÄUSSERUNG bezeichnet: Definition 2.17. Äußerung Ein Sprechakt ist eine ÄUSSERUNG. 10 Vgl. dazu Esser (1970) sowie von Savigny (1970).

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