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Band41

114 112 Tabelle 3:

114 112 Tabelle 3: Korrelationen zwischen der Gesamtzahl der im Laufe der Lernphase angeforderten Instruktionen 112 (INSTOT) und Stroke Index (SI) nach Erfahrungsgruppen im Laufe der Lern- und Testphasen. Mit * gekennzeichnete Werte sind statistisch signifikant, mit ** gekennzeichnete hochsignifikant und mit @ Tabelle 3: Korrelationen zwischen der Gesamtzahl der im Laufe der Lernphase angeforderten Instruktionen gekennzeichnete nahe der Signifikanzschwelle (p=0,05). (INSTOT) und Stroke Index (SI) nach Erfahrungsgruppen im Laufe der Lern- und Testphasen. Mit * gekennzeichnete Werte sind statistisch signifikant, mit ** gekennzeichnete hochsignifikant und mit @ gekennzeichnete nahe der Signifikanzschwelle (p=0,05). Diskussion und Ausblick Diskussion Die von der und Literatur Ausblick 5 in Aussicht gestellten, aber für schwimmerische Fertigkeiten bisher nur unzureichend nachgeprüften Zusammenhänge von Vorerfahrungen und Lernerfolg konnten Die größtenteils von der bestätigt Literatur 5 werden. in Aussicht Die tendenziell gestellten, aber besseren für schwimmerische Ergebnisse derjenigen Fertigkeiten Gruppe, bisher die über nur unzureichend Erfahrungen ausschließlich nachgeprüften im Zusammenhänge Spiel im Wasser berichtet, von Vorerfahrungen lassen den Schluss und Lernerfolg zu, dass bei konnten diesem größtenteils Transfer von bestätigt Erfahrungen werden. nicht Die so sehr tendenziell das Zurückgreifen besseren Ergebnisse auf bereits derjenigen erlernte Bewegungsmuster, Gruppe, die über Erfahrungen sondern viel ausschließlich mehr die Nutzung im Spiel von im Wasser grundlegenden berichtet, perzeptiv-motorischen lassen den Schluss zu, dass Prinzipien bei diesem eine Transfer entscheidende von Erfahrungen Rolle spielt nicht und so sich sehr positiv das Zurückgreifen auf den Lernerfolg auf bereits auswirkt. erlernte Diese Bewegungsmuster, Erfahrungen sondern können von viel dem mehr Lernenden die Nutzung unabhängig von grundlegenden von einer Instruktion, perzeptiv-motorischen sei sie auditiv Prinzipien (verbal) oder eine entscheidende visuell, genutzt Rolle werden. spielt Sie und werden sich offenbar positiv hauptsächlich auf den Lernerfolg im freien auswirkt. Spiel im Diese Wasser Erfahrungen erworben, können in dem von das dem Ausprobieren Lernenden unabhängig und auf Versuch von einer und Instruktion, Irrtum beruhende sei sie auditiv Kennenlernen (verbal) oder visuell, Wirkprinzipien genutzt werden. der Körper-Wasser-Interaktion, Sie werden offenbar hauptsächlich z. B. bei Aufbau im freien und Spiel Nutzung im Wasser von Widerlagern erworben, in im Wasser, dem das eine Ausprobieren entscheidende und Rolle auf spielt. Versuch Möglicherweise und Irrtum ist beruhende der Einfluss Kennenlernen dieser Erfahrung der Wirkprinzipien auch darauf zurückzuführen, der Körper-Wasser-Interaktion, dass das freie Spiel z. B. im bei Wasser Aufbau auf und der Nutzung von eines Widerlagern impliziten im Feedbacks Wasser, aufbaut: eine entscheidende das Kind hat Rolle durch spielt. freies Möglicherweise Ausprobieren die ist Gelegenheit, der Einfluss die dieser Reaktionen Erfahrung des auch Wassers darauf zu testen zurückzuführen, und für sich dass zu nutzen, das freie ohne Spiel sich im dessen Wasser bewusst auf der zu werden. Nutzung Darauf eines deuten impliziten die Feedbacks deutlich geringeren aufbaut: das Lernleistungen Kind hat durch derjenigen freies Ausprobieren Gruppe hin, die die Erfahrungen Gelegenheit, im die Spiel Reaktionen im Wasser des Wassers mit Schwimmunterricht zu testen und für sich vereint. zu nutzen, Es ohne drängt sich sich dessen fast bewusst der zu Eindruck werden. Darauf auf, deuten dass die der deutlich Schwimmunterricht geringeren Lernleistungen eine den Lernprozess derjenigen beeinträchtigende Gruppe hin, die Wirkung Erfahrungen ausübt. im Dies Spiel mag im Wasser darauf mit zurückzuführen Schwimmunterricht sein, dass an vereint. brasilianischen Es drängt Schwimmschulen sich fast der das Eindruck Hauptziel im auf, Erlernen dass von der Schwimmunterricht Technikmustern liegt, eine wohingegen den Lernprozess das Erproben beeinträchtigende und spielerische Wirkung Erkunden ausübt. des Dies Mediums mag Wasser darauf zurückzuführen eher eine Nebenrolle sein, spielt. dass an brasilianischen Schwimmschulen das Hauptziel im Erlernen von Technikmustern liegt, wohingegen das Erproben und spielerische Erkunden des Mediums Wasser eher eine Nebenrolle spielt. 5 MANOEL, 1995; LANGENDORFER; BRUYA, 1995; FREUDENHEIM; MADUREIRA, 2010, ROSALIE; MÜLLER, 2013 5 MANOEL, 1995; LANGENDORFER; BRUYA, 1995; FREUDENHEIM; MADUREIRA, 2010, ROSALIE; MÜLLER, 2013

115 113 Offenbar sind die Erfahrungen mit dem Medium Wasser wichtiger für den Lernerfolg als die Fähigkeit, rhythmische Strukturen in der Instruktion zu erkennen und zu reproduzieren. Selbst beim Brustbeinschlag, der eine höchst anspruchsvolle rhythmische Struktur besitzt, die zudem einen signifikanten Zusammenhang mit dem erzeugten Vortrieb aufweist 6 , scheint der Lernerfolg sowohl im Hinblick auf das Aneignen dieser rhythmischen Struktur als auch im Hinblick auf den erzeugten Vortrieb, weniger von Erfahrungen im Erkennen und Reproduzieren rhythmischer Strukturen abzuhängen als von Erfahrungen im freien Spiel im Wasser. Dies widerspricht Ergebnissen wie sie z. B. von Rieder et al. (1991) für den Tennisaufschlag und das Slalom- Skifahren nachgewiesen wurden; Fertigkeiten, bei denen die Metrik der Bewegung eine ähnlich große Rolle spielt wie beim Brustbeinschlag. Die hohe Korrelation zwischen Stroke Index und Rhythmusindex, zusammen mit den hohen Stroke Index-Werten derjenigen Gruppen, die keine Erfahrung in rhythmusbasierten Fertigkeiten erklärten, deutet also darauf hin, dass, wie von Meinel und Schnabel (2007) und anderen für verschiedenste Fertigkeiten (allerdings nicht für Schwimmfertigkeiten) festgestellt, offenbar auch für den Brustbeinschlag eine gewisse Metrik ausschlaggebend für die Leistung ist. Diese typische Metrik wurde jedoch in unserem Falle nicht in erster Linie aus der Instruktion erfahren, sondern hat sich aus der Interaktion mit dem Wasser gewissermaßen von selbst herausgebildet bzw. wurde aus der Wahrnehmung der Ursache-Wirkung-Beziehungen im Wasser aufgebaut. Dies war hauptsächlich dann zu beobachten, wenn die für die Wahrnehmung dieser Interaktion notwendigen Vorerfahrungen durch Spiel im Wasser erworben wurden. Diese Sichtweise wird dadurch erhärtet, dass die Korrelationen mit fortschreitendem Lernprozess höher wurden: die Erfahrung mit der Interaktion Körper-Wasser nahm selbst während der relativ kurzen Lernerfahrung im Verlauf des Versuchs zu und damit die Effizienz der Bewegung (der Stroke Index). Dies geschieht zudem offenbar unabhängig von Instruktionen, und auch unabhängig davon, ob diese Instruktionen die typische Metrik darstellen oder nicht. Eine mögliche Erklärung für diesen Zusammenhang kann in der Nutzung der intrinsischen Feedbackmechanismen liegen, die von den Probanden mit Erfahrungen im Spiel im Wasser besser zur Herausarbeitung eines effektiven Beinschlages genutzt werden konnten als von Probanden ohne diese Erfahrung. Die vorliegende Studie kann sich auf Grund einiger einschränkender Aspekte nur auf das Aufzeigen von Tendenzen beschränken. Zum einen war unsere Stichprobe zwar im Hinblick auf den Eingangstest, nicht aber im Hinblick auf die Vorerfahrungen gleichmäßig verteilt. Zudem stützte sich die Erhebung der Vorerfahrungen lediglich auf persönliche Erinnerungen, die naturgemäß der Gefahr der Verfälschung unterliegen. Die relativ große Streuung der Leistungsparameter innerhalb der Gruppen gebieten es, die Signifikanzberechnungen mit Vorbehalt zu sehen. So sollten weitere Untersuchungen die hier aufgezeigten Tendenzen verifizieren. Diese Ergebnisse bestätigen die in zahlreichen Lehrwerken vertretene Meinung, dass das spielerische Sichbewegen, oder aber ein breitgefächertes Angebot an Bewegungsmöglichkeiten im Wasser, besonders in den Frühstadien des Schwimmenlernens, das spätere Erlernen von 6 Siehe Tabelle 3