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Band41

58 Der Parallelstart

58 Der Parallelstart (vgl. Abb. 3) zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Füße parallel in einem Abstand von 15-30cm zueinander auf dem Startblock befinden. Die Zehen greifen um die Vorderkante des Blocks, die Knie sind leicht gebeugt und die Hüfte ist weit nach vorne verlagert. Die Hände des Schwimmers greifen zwischen oder außerhalb der Füße an bzw. um die Vorderkante des Blocks und die Arme bauen eine Spannung auf (vgl. BLANKSBY ET AL., 2002). Abb. 3: Parallelstart (UNGERECHTS/VOLCK/FREITAG, 2002, 112) 1973 wurde von Fitzgerald der front-weighted Schrittstart eingeführt. Bei diesem Schrittstart wird der Körperschwerpunkt möglichst weit nach vorne verlagert – vergleichbar mit dem Parallelstart. Den Unterschied stellt die Positionierung der Füße auf dem Block dar. Es wird eine Schrittstellung eingenommen. D.h., ein Fuß wird vorne und der andere hinten auf dem Startblock platziert (vgl. Abb. 4). Abb. 4: Front-weighted Schrittstart (http://www.4.bp.blogspot.com) 1995 wurde der Schrittstart von dem amerikanischen Schwimmtrainer Rutemiller modifiziert, indem das Gewicht auf das hintere Bein verlagert wurde (vgl. Abb. 5). Bei diesem sogenannten rear-weighted Schrittstart soll der Schwimmer sein Gewicht beim Kommando „Auf die Plätze“ auf das hintere Bein verlagern und durch Ziehen der Arme an der Startblockvorderkante eine möglichst große Körperspannung aufbauen. Durch diese Haltung wir dem Schwimmer ein längerer Beschleunigungsweg für den Absprung ermöglicht (vgl. BLANKS- BY ET AL., 2002). Abb. 5: Rear-weighted Schrittstart (http://www.4.bp.blogspot.com)

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurde der „Anti Wave Olympic 2000 Start Block“ eingeführt. Dieser Startblock verfügt über zwei fest montierte Haltegriffe an den Seiten der Startfläche, an denen sich der Schwimmer während der Ausgangsstellung festhalten kann (vgl. Abb. 6). Diese Starttechnik wird Handlestart genannt und kann als modifizierter Parallelstart bezeichnet werden. Der Körperschwerpunkt ist beim Handlestart weit nach vorne verlagert und Untersuchungen zufolge weist diese Starttechnik dadurch Vorteile bzgl. der Blockzeit auf (vgl. BLANKSBY ET AL., 2002). Trotzdem konnte sich der Handlestart nicht durchsetzen. 59 Abb. 6: Super Block, Anti Wave, 1996 (nach BLANKSBY/NICHOLSON/ELLIOT, 2002) Bei den Weltmeisterschaften in Shanghai 2011 wurde erstmals bei einem internationalen Großereignis vom 2010 neu eigeführten Startblock „OSB 11“ gestartet. Dieser ist durch eine längere und etwas steilere Standfläche, sowie einer verstellbaren Fußstütze charakterisiert. Die Fußstütze steht im 30° Winkel zur Oberfläche des Blocks und lässt sich in fünf Stufen einstellen (vgl. Abb. 7). Der hintere Fuß wird in der Ausgangsstellung erhöht dagegen gestellt. Dieser modifizierte Schrittstart wird Kickstart genannt. Mit dem neuen Block „OSB 11“ werden laut Hersteller schnellere Startzeiten erreicht als mit dem Standardblock. Abb. 7: OSB 11 (http://www.sv-neptun-recklinghausen.de) Phasen des Starts In der Literatur findet man bezüglich der Phaseneinteilung des Startabschnittes mehrere Varianten. UNGERECHTS ET AL. (2002) unterteilen den Start in drei Abschnitte: • Absprung: (Zeitintervall vom Startsignal bis zum Lösen der Füße) • Flug: (Zeitintervall vom Lösen der Füße bis zum Eintauchen des Körperschwerpunktes (KSP)) • Unterwasserabschnitt: (Zeitintervall vom Eintauchen des KSP bis zum Kopfdurchgang bei 7,5m, 10m oder 15m). Nach KÜCHLER (1994) wird der Startabschnitt in fünf Phasen unterteilt: • Ausgangsstellung • Absprung • Flug • Eintauchen • Übergang