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Band41

62 größten Teil der

62 größten Teil der Zeit (56%) in der Unterwasserphase. Das zeigt, dass diese Phase die größte swirkung auf die Startzeit hat. Untersuchungen zum Startsprung Seit Jahrzehnten werden Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, welche Starttechnik zur besten Startleistung führt. Die Startleistung wird anhand der Startzeit, welche in verschiedenen Studien zum Teil an unterschiedlichen Marken gemessen wird, bewertet. Außerdem muss bewertet werden können, welche Phase des Startsprungs welchen Einfluss auf die Startleistung hat. Dazu müssen die einzelnen Parameter jeder Phase analysiert werden. Bei Wettkampfanalysen werden Blockzeit, Flugzeit, 5m- bzw. 7,5m-Zeit und 15m-Zeit gemessen. Zusätzlich kommen bei Leistungsdiagnostiken folgende Parameter hinzu: Kraft- Zeit-Verläufe von Bodenreaktionskräften, Absprungwinkel, Absprunggeschwindigkeit (horizontale und vertikale Komponente), Flugweite, Flugzeit, 10m- Zeit und Abschwimmgeschwindigkeit (vgl. GRAUMNITZ, 2011). Untersuchungen, die die Startleistung mit dem Parallel- und Schrittstart vom Standardblock vergleichen, wurden bisher sehr viele durchgeführt. Insgesamt haben diese Studien gezeigt, dass sich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Starttechniken die Waage halten bzw. sich gegenseitig aufheben. Obwohl Unterschiede in einzelnen Bewegungsparametern bestehen, weisen Parallelstart, sowie der front-weighted- als auch der rear-weighted Schrittstart keine wesentlichen Unterschiede in der Startleistung auf (vgl. KIBELE ET AL., 2011). Untersuchungen von BENJANUVATRA ET AL.(2004) ergeben z.B. eine kürzere Blockzeit für den Schrittstart gegenüber dem Parallelstart. Dagegen weist der Parallelstart eine höhere Abfluggeschwindigkeit auf. Der jeweilige Vorteil war nach dem Eintauchvorgang wieder aufgehoben (vgl. BENJANUVATRA ET AL. 2004). Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele weitere Studien, die sich dem Vergleich von Parallel- und Schrittstart widmen. Neben der Aktion auf dem Block wird nach der vorherrschenden Literaturmeinung (vgl. ELIPOT ET AL., 2009; BONNAR, 2001; COSSOR & MASON, 2001) insbesondere der Unter-wasserphase ein erheblicher Einfluss auf die Startleistung zugeschrieben. Das zeigen auch die Ergebnisse der Studie von NOMURA ET AL. (2010). Diese weisen keine signifikanten Unterschiede zwischen verschiedenen Starttechniken bis zum Zeitpunkt des Eintauchens auf. 94 % der Unterschiede in der Startzeit (gemessen bei 9m) sind zurückzuführen auf die Unterschiede in der Zeit nach dem Kontakt der Finger mit dem Wasser. Die Antwort auf die Frage nach der effektivsten Starttechnik kann nicht allgemeingültig beantwortet werden, da die individuell zweckmäßigste Variante durch die Ausprägung individueller Voraussetzungen bestimmt ist (vgl. KÜCHLER ET AL., 2005; MASON ET AL., 2007). Tab. 2 gibt einen Überblick über die jeweils zu bevorzugende Starttechnik verschiedener Untersuchungen. Auch diese Tabelle verdeutlicht, dass keine eindeutige Empfehlung zugunsten einer der beiden Starttechniken gegeben werden kann.

63 Tab. 2: Literaturüberblick Parallelstart vs. Schrittstart ( Ben Shlomo, 2012) 2010 wurde vom Weltschwimmverband (FINA) der neue Startblock OSB11 eingeführt. Der Hersteller dieses Blocks erklärte damals, dass mit diesem Startblockmodell bessere Startleistungen zu erreichen wären, ohne dies belegen zu können. KIBELE ET AL. (2011) formulierten, dass sich mit Einführung des neuen Startblocks OSB11 2010 das Bewegungsverhalten beim Schwimmstart ändern wird. Durch den OSB11 könnte sich die Patt-Situation von Parallel- und Schrittstart auflösen und eine Vereinheitlichung des Startverhaltens im Spitzenbereich zu beobachten sein. Der OSB11 ist nun schon seit einigen Jahren im Einsatz und mehrere Untersuchungen zur Startleistung mit diesem Block wurden durchgeführt. Die Ergebnisse werden hier zusammengetragen. Um die Effektivität des OSB11 zu messen, wurden 2010 bereits erste Untersuchungen mit nationalen und internationalen Spitzenschwimmern durchgeführt. BIEL ET AL. (2010) verglichen die Leistungen von bisherigen Parallelstartern sowie bisherigen Schrittstartern mit den Leistungen, die diese Schwimmer mit dem Schrittstart vom neuen Starblock, dem Kickstart, erreichten. Die Ergebnisse zeigen, dass die bisherigen Parallelstarter mit dem Schrittstart vom OSB11 gleiche Startleistungen (7,5m) erbringen. Sie erreichen mit dem Schrittstart zwar kürzere Blockzeiten sowie höhere Abfluggeschwindigkeiten, verlieren diesen Zugewinn aber wieder während der Eintauch- und Unterwasserphase. Bisherige Schrittstarter erreichen auf dem OSB11 deutliche Steigerungen der Startzeit bei 7,5m. Dies zeigt sich in zeigt sich in einer verkürzten Blockzeit, einer höheren Abfluggeschwindigkeit sowie in effizienterem Eintauchen. BIEL ET AL. (2010) fassen zusammen, dass mit dem OSB11 kürzere Blockzeiten und höhere Abfluggeschwindigkeiten erreicht werden. Das Eintauch- und Umlenkverhalten muss allerdings optimiert werden, um von den Vorteilen des neuen Startblocks profitieren zu können.