Aufrufe
vor 6 Monaten

Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

PRAXIS |

PRAXIS | WLAN ERWEITERN WLAN bisin dieletzteEcke Geringe Reichweite und lahmes Tempo sorgen oft für Wi-Fi-Frust. Eine solide Lösung sind professionelle Access Points, die das bestehende Netz einfach erweitern –ab90Euro VON CHRISTOPH SCHMIDT InBüros hängen sie zuDutzenden an der Decke: WLAN Access Points (AP).Die flachen Boxensind aufein optimales WLAN-Signal spezialisiert. Netzwerkfunktionen wie Internetanbindung (Gateway) und -schutz (Firewall) sowie Verwaltung des lokalen Netzwerks (Vergabe von IP-Adressen und Routing) überlassen sieanderen Geräten. Im Gegensatz zumprofessionellen Umfeld sind im privaten Heimnetz alle WLAN- und Netzwerkfunktionen im Router gebündelt. Das bedingt Kompromisse, die sich am störendsten beim WLAN zeigen. Schon der Standortdes Routerswirdmeist durch die Nähe zur DSL-Buchse bestimmt (statt durch die optimale WLAN-Ausbreitung), und die angeschlossenen Kabel verbieten eine für Funk optimale, erhöhte Aufstellung. Zudem entwickeln sich die WLAN-Standards schneller weiter als die restlicheTechnik. So ist beieiner fünf Jahrealten FritzBox7390 eigentlich nur die WLAN-Technik wirklich veraltet, während allesanderenochgut genugfunktioniert. Nicht zuletzt sind oft viele Funktionen der Box mit sehr hohem Aufwand wunschgemäß konfiguriert, was zusätzlich gegen einen (teuren) neuen Router spricht. Aber auch günstige Router, die nur 2,4-GHz-Antennen haben (etwa vom DSL-Anbieter), lassen sich mit einem AP aufmoderne 5-GHz-Technik aufrüsten. Access Point fürs Profi-WLAN Access Points mit ac-WLAN gibt es ab 90 Euro –das ist nicht teurer als ein guter WLAN-Repeater. Wegen der starken Sendeleistung und der größeren Flexibilität ist ein Access Point eine gute Wahl, um das WLAN des Routers zuergänzen oder gar zu ersetzen. Während diesereinenFunkstationenfrühernur etwas fürfortgeschrittene Anwender waren(da sieals Teil einer komplexen Infrastruktur ausgelegt sind), bringen heutige Modelle Fotos: CHIP Studios/Simon Kirsch 108 2018 | WLAN-Handbuch

WLAN ERWEITERN | PRAXIS zusätzlich einfache Weboberflächen für die Basiskonfiguration mit –diese sind allerdings meist nur inEnglisch verfügbar. Der neue Netgear WAC510 mit seiner vereinfachten Konfiguration per Smartphone-App zeigt, dass es auch richtig nutzerfreundlich geht. Auf den folgenden beiden Seiten testen wir ihn sowie den TP-Link EAP245 als günstigenAPmit 1.300MBit/s-ac-WLAN. Anschluss und Betriebsmodi Grundsätzlich können Access Points (APs) in verschiedenen Modi betrieben und mit dem Router verbunden werden, von denen wir dievierwichtigsten vorstellen. >Router-WLAN ersetzen Dazu wird der AP an einen der LAN- Ports des Routers und ans Stromnetz angeschlossen (an einem Power-over-Ethernet-fähigen Netzwerk-Switch reicht ein einfaches LAN-Kabel). Der AP baut ein neues WLAN auf. Rechner und Geräte, die sich damit verbinden, erhalten ihre IP-Adresse und den Internetzugang vom Router. Sie befinden sich also in dessen Netzwerk, als wären sie direkt damit verbunden. In diesem Fall brauchen Sienur aufder Weboberflächedes APsdie einfache Ersteinrichtung laufen zu lassen. Wenn Router und AP im selben Raum arbeiten, sollten Sie das WLAN des Routers komplett abschalten, damit es das Signal desAPs nicht stört. >Router-WLAN erweitern Wenn weder AP noch Router die ganze Wohnung abdecken können, dann schaffen das wahrscheinlich beide im Teamwork. Dafür platzieren Sie den AP an einem langen LAN-Kabel oder über Powerline-Adapter dort, wo Siedie WLAN-Abdeckung verbessern wollen. In diesem Fall sollten Sie in der Weboberfläche des AP denselben WLAN-Namen (SSID)und dasselbeWPA2-Passwortwie beim Router einstellen –zugleich aber unterschiedliche und möglichst weit auseinanderliegende Funkkanäle (im 2,4-GHz-Band etwa 1und 13). Dann sollten Endgeräte sich automatisch mit dem jeweils stärksten erreichbaren Signal verbinden, auch beim Herumgehen. Eine vergleichbare Funktionalität bieten Powerline-WLAN-Extender, diePowerline-Adapter und WLAN-Sender vereinen. DieVorteile eines „richtigen“ Access Points sind dagegen größere Antennen und eine flexiblere Platzierung (Decke/Schrank), was eine bessereVerbreitung desFunksignals verspricht. >Repeater-Ersatz Sind LAN-Kabel oder Powerline keine Option für die Verbindung zwischen AP und Router, dann ermöglicht der WDS-Modus diedrahtlose Erweiterung des Router-WLANs. Zwar ist die entsprechende Einrichtung des APs komplizierter und WDSmussauchauf dem Router konfiguriertwerden (in jedem Gerät muss die MAC-Adresse des anderen eingetragen sein). Dafür punktetder AP mit größeren Antennen als dieüblichen Repeater, was die Voraussetzungen für mehr Reichweite und Tempo verbessert. Zudem lässt ersich jenach Umgebung besser platzierenund montieren. Der AP solltesichdann etwas näher beim Router als beim Endgerät befinden, damit die Verbindung zurBasis möglichst stabil und schnell ist. >APimRouter-Modus Der NetgearWAC510lässt sich alsRouter betreiben, der nebender WLAN-Versorgung dieVerwaltung des Netzwerks übernimmt. Als Internetzugang braucht er aber einen Ethernet-Uplink, wie ihn etwa Kabel- oder LTE-Modems bieten.Eine DSL-Verbindung kann er nicht selbst aufbauen. Flexible Montagemöglichkeiten Professionelle Access Points sind meist für die Decken- und Wandmontage gebaut. Sie werden mit einer Grundplatte geliefert, die sich anjeder geraden Fläche anschrauben lässt. Der → Über eine Powerline-Streckekann der Access Pointetwaineinem anderenStockwerkoder Wohnungsabschnitt einWLAN versorgen Zu einem professionellenAccessPoint gehört aucheine Halterung, mit der man ihn an Decke, Wand oder Schrankschrauben kann Der Netgear WAC510hat zusätzlich einen Router-Modus, in dem er selbst IP-Adressen nacheinstellbarem Mustervergibt Im WDS-Modusfunktioniert der WAC510 wie einWLAN-Repeater, WDS muss aber auch im Basis-WLAN-Router konfiguriert sein WLAN-Handbuch | 2018 109

Handbuch FRITZ!WLAN Repeater N/G - M-net
Handbuch für WLAN HotspotRouter Inhaltsverzeichnis - Hotsplots