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Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

SCHNELLES NETZ |

SCHNELLES NETZ | MESH-SYSTEME WLAN:Mit System in jedenWinkel Die neuen WLAN-Mesh-Systeme versprechen Abdeckung und Tempo in der ganzen Wohnung, und das vollautomatisch. Wir haben die Systeme in der Praxis getestet VON CHRISTOPH SCHMIDT D Die Softwareaus diesem Beitrag finden Sie auf der Heft-DVD Inden letzten Jahren habendie Hersteller Ihren WLAN-Routern immer neue Features hinzugefügt und die Transferraten hochgejubelt –aber zwei Probleme blieben: In der Praxis ist nur ein Bruchteil des Tempos nutzbar, und zwei Wände sowie einige Meter zuviel Distanz genügen bereits, um den Empfang unmöglich zu machen. DieAlternativenbestehen aus Flickwerk: hier ein Tempo kostender Repeater, dort ein Powerline-Extender mit manchmal wackliger Anbindung. Solche Lösungen bauen jedoch oft neue WLANs auf, mit denen man sich beim Wechselmanuellverbinden muss. Es musste erst ein Außenseiter mit einem neuen Konzept kommen, um den Markt durcheinanderzuwirbeln. In diesem Fall war esGoogle, das mit Wifi ein Mesh-System für Heimanwender in einem erschwinglichen und einfachzukonfigurierenden Paketauf den Markt brachte. Ein Mesh-System besteht aus mehreren verteilten Funkstationen. Sie kommunizieren alle über das gleiche Frequenzband und dienen als lokale Zugangspunkte für ein einheitliches WLAN. Die Verwaltung –wie die Stationen sich untereinander verbinden und welchesEndgerät wieambestenversorgtwird– geschieht automatisch. Der Anwender muss an den Geräten selbst nichts konfigurieren und kann es in den meisten Fällen auch nicht. Die manuelle Einrichtung des Netzwerks erfolgt ausschließlich über eine iOS-oder Android-App. Sieben verschiedene Systeme im Test Zu unserem Testfeld gehören neben dem Google-Produkt noch Asus Lyra, Linksys Velop und TP-Link Deco. Sie übernehmen nicht nur den technischen Ansatz von Google Wifi, sondern kopieren weitgehend auch dasBedienkonzept. Dagegenstammt Fotos: Netgear (Aufmacher); Hersteller (Produkte) 26 2018 | WLAN-Handbuch

MESH-SYSTEME | SCHNELLES NETZ das Orbi-System von Netgear aus dem klassischen Router-Umfeld und lässt sich entweder per Android- oder iOS-App oder auch am Computer einrichten. Die deutschen Netzwerkspezialisten von AVM reagieren en auf die neuen Systeme, indem sie ihre FritzBox-Router, -Repeater und Powerline-Extender um ein Software-Mesh erweitern, ern, das wir mit der neuesten Labor-Firmware (Beta-Version) von FritzOS auf einer FritzBox 7490 getestet haben. Für Endgeräte siehtdie AVM-Lösung genauso auswie dieanderen Systeme: Es gibt im ganzen Haus nurein WLAN,das die Clients automatisch mit dem bestmöglichen Signal versorgt. Das Übertragungstem-empo liegt beidieser Lösung jedochteilweise unterder einesHardware-Mesh, das für die interne Verbindung („Backhaul“) ein de- diziertes Funkband und zur Anbindung der Clients zwei Frequenzbänder (2,4 und 5GHz) nutzt. Dafür kann man beim AVM-Ansatz häufig die vorhandene Hardware weiterverwen-enden, zudem harmoniert diese Lösung mit den FritzBox-Subsystemen wie Telefonie, Drucker- und Dateidiensten (NAS). Nicht zuletzt deshalb haben wir auch GigaGate von Devolo getestet. Dabei handelt es sich zwar um eine WLAN-Bridge, sie eignet sich für bestimmte Szenarien aber genauso gut oder sogar besser als dieMesh-Systeme. Mesh: Einrichtung &Nutzung Ein WLAN-System mit mehreren Access Points aufzubauen undzuoptimieren ist eine Wissenschaft für sich –umso wichtiger ist es, dass die Systeme den Heimanwender möglichst gut dabei unterstützen. Echte Mesh-Systeme wie Google Wifi oder TP-Link Deco bringen gedruckte Gebrauchsanweisungen mit, die sinngemäß nur aus einem Satz bestehen: „Laden Sie unsere App auf Ihr Smartphone und befolgen Sie die Anweisungen.“ Idealerweise funktioniert das so, dass man das erste Gerät mit dem Router beziehungsweise dem Kabel-/DSL-Modem verbindet. Dann wartet man, bis eine bestimmte LED-Farbe Konfigurationsbereitschaft signalisiert. Anschließend vergibt man am Smartphone einen WLAN-Namen und ein Passwort. Die Farbcodes sind das Wichtigste inden gedruckten Anleitungen –man solltesie gut aufbewahren. Nach der Einrichtung der ersten Stationfragendie Apps, ob man weitere hinzufügen will, und geben an, ob der nächste Satellit mehr oder weniger weit entfernt von der Basisstation stehen sollte. Wenn alles funktioniert, hat man in 20 Minuten ein Mesh-Netz mit bis zudrei Stationen eingerichtet. Am flüssigsten klappte das im Test mit TP-Link. Bei Asus und Linksys mussten wir dagegen längere Zeit auf blinkende oder leuchtende LEDs starren, während die Stationen immer wieder neu starteten und Firmware-Updates oder Einstellungen übernahmen. Aber wehe, wenn etwas nicht klappt: Das Lyra-System erkannte zeitweise diezweiteStation nicht.Dadie App keine manuellen Einstellungen zur Verfügung stellte, konnte man das Gerät nur immer wieder resetten, die Erkennung erneut anstoßen und hoffen, dass dieEinrichtung diesmal klappen würde. DieSysteme vonAsus (Bild),Google, Linksys, Netgear undTP-Link melden ihren Status durchfarbigleuchtende oder blinkende LEDs Unklarheiteninder Asus-Lyra-App: WelcheVerbindung ist„sehrgut“? Ist dieReichweitedes ersten Lyra oder die des Handysgemeint? BeimHinzufügen weitererGeräte gibtdie Appvon LinksysVelop Tipps zuroptimalen Platzierung der Nodes Hakelige Kooperation mit Modem-Router-Kombis Auf dem amerikanischen Markt, auf den bei der Entwicklung der Geräte wohl am meisten Augenmerk gelegt wurde, ist es üblich, dass ein einfaches Kabel- oder DSL-Modem des Providers die Internetverbindung herstellt. Daran hängt ein Router, der das WLAN bereitstellt und die IP-Adressen im Heimnetz→ Netgear Orbi läuft auf Knopfdruck –die Weboberfläche hält erweiterteOptionen wie den Access-Point-Modusbereit WLAN-Handbuch | 2018 27

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