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Chip Magazin Sonderheft WLAN Handbuch 2018

SCHNELLES NETZ |

SCHNELLES NETZ | MESH-SYSTEME In der FritzBox-Software konfigurieren Sieeinen Fritz-Repeater und einenPowerline-Extender alsZugangspunkte fürs AVM-Mesh Jede Funkstation (hier Asus Lyra)besitzt LAN-Ports, um kabelgebundene PCs, TVsetc.ans Mesh-Netzwerk anzuschließen verwaltet. Asus Lyra, Google Wifi, Linksys Velop und TP-Link Deco bieten auch nur diese Router-Funktion an. Das ist ein Nachteil, wenn man die Geräte anein Heimnetz anschließen will, in dem eine Modem-Router-Kombi à la FritzBox oder Speedport gleichzeitig den Internetzugang und die Netzwerkverwaltung übernimmt. Dann können die mit dem Mesh-System verbundenen Endgeräte zwar mit dem Internet und untereinander kommunizieren, nicht aber mit den Clients, die mit dem Modem-Router verbunden sind. Dieses Gerät müsste man dann eigentlich zumreinenModem degradierenund alle Clients in das Mesh-Netzwerk einbinden –für kabelgebundene Geräte stehen dort jedoch zuwenig LAN-Ports bereit. Wenn Ihr Heimnetz also dieMöglichkeiten einer FritzBoxausnutzt(Druckeran der Box angeschlossen, FritzNAS und FritzApp Fonetc.), dann sollten Sie besser warten, bis die WLAN-Mesh-Funktion in der stabilen FritzOS-Version angekommen ist. Das Hinzufügen eines AVM-Repeaters oder -Powerline-Extenders zum Mesh- WLAN der FritzBoxist dann perKnopfdruckerledigt. Access-Point-Modus als Alternative Als Alternativen zueinem Mesh-Netzwerk bieten sich Netgear Orbi und Devolo GigaGate an. Beide arbeiten als Access Points. GigaGate beherrscht ausschließlich diesen Modus, bei Orbi hat mandie Wahl zwischen einem Einsatz als Router oder als Access Point. DieGerätebauen zwar ein neuesWLAN auf, doch dieverbundenen Clients werden nahtlos ins Netzwerk des zentralen Modem-Routers eingebunden. Netgear Orbi zielt darauf ab, die WLAN-Abdeckung des gesamten Hauses zuübernehmen, das Funknetz desRouterssolltealso abgeschaltet werden. GigaGate hingegen ist so konzipiert, dass esgezielt eine per WLAN oder Ethernet-Kabel schlecht erreichbare Stelle mit einigen LAN- Ports und einem WLAN-Hotspot versorgt –etwa eine Wohnzimmerecke mit Fernseher, Spielekonsole, Webradio und einer NAS. Deshalb besitzt der GigaGate-Satellit lediglich einen einzigen Gigabit-LAN-Port, etwa für die NAS, und vier 100-MBit- Ports (Mediengeräte). Für den Wohnzimmereinsatz passt das – aber für mehrere PCs/NAS-Systeme sind die vier Gigabit-Ports desNetgear-Orbi-Satelliten besser geeignet. Alle anderen Mesh- Systeme bieten pro Station einen oder zwei Gigabit-LAN-Ports, um Geräteindas schnelle Funknetz einzubinden. Performance: Mesh wirkt Obwohl dieMesh-Systemeansonsten kaumEinstellmöglichkeiten bieten–ein Gast-WLAN bringen fast allemit Das Standardtoolzum Messendes Verbindungstemposist IPerf – hiermit dergrafischen Oberfläche JPerf(auf CHIP-DVD) Als Ausgangspunkt für die Performance-Messung wählten wir zunächst eine FritzBox 7490 imSolobetrieb und als Endgeräte ein Lenovo ThinkPad T430 mit n-WLAN und ein Samsung Galaxy Tab 10.1 (ac-WLAN). Auf etwa acht Meter Entfernung und bei wenig verdecktem Sichtkontakt zeigte der Netzwerk- Benchmark JPerf (auf der Heft-DVD D) rund 200 MBit/s Übertragungsgeschwindigkeit. Hinter einer dicken Mauer und auf circa 19 Meter Distanz war die Verbindung kaum noch nutzbar: DasNotebook bekamnur nochetwa500 KBit Datenpro Sekunde.Dann habenwir dasWLAN durch einen FritzRepeater1750E mit Mesh-Funktion erweitert. Dadurch sank zwar dasTempo im Nahbereich auf128 MBit/s, dafür waraberamentferntenStandortkomfortablesSurfen mit über 50 MBit/smöglich.Die Mesh- Systeme dagegen erreichten auf große Distanz teilweise zweibis dreimal höhere Geschwindigkeiten (siehe Tabelle). Am besten schlug sich dabeiNetgear Orbi.Den Vorteil seinesgroßen, aufrecht stehenden Gehäuses zeigte das Gerät vor allem bei 28 2018 | WLAN-Handbuch

MESH-SYSTEME | SCHNELLES NETZ unsererBackhaul-Messung,für diewir den Laptop perEthernet- Kabel mit den Satelliten verbanden und mit vielen gleichzeitigen Verbindungen maßen: Ohne Zwischenstation sendete Orbi mit 776 MBit/s fast inGigabit-Tempo sogar zum fernen Messpunkt, wo nahezu keine Verbindung mehr zu einem normalen Router aufgebautwerden konnte. Bei unseren Tests fielen zwei Punkte auf: Wenn man die Aufstellung optimiert, sollte sich das System nach jeder Positionsänderung einige Minuten neu justieren können, bevor man wieder eine Messung startet. Weiterhin verbessert nichts dieReichweiteund den Durchsatz so sehr wieeine erhöhte Aufstellung der Funkstationen. Ganz oben auf Schränken oder Regalensind dieMesh-Geräteambestenaufgehoben. Tempomessungen über verschiedene Distanzen Wir haben die Systeme in derCHIP-Redaktion getestet–an den Messpunkten „nah“ (ca. 7m,fast Sichtkontakt) und „fern“(ca. 15m, dickeWand, direkte Verbindung unmöglich)–die Funkstationen standen an den Punkten 1 (Basis), 2 und ggf. 3 (Satelliten) 3 Messpunkt „fern“ 2 Messpunkt „nah“ 2 Satellit 1 1 Mesh-Basisstation Fazit: Systeme für jeden Bedarf Netgear Orbi hat uns ambesten gefallen. Das System erreicht eine beeindruckende Geschwindigkeit und Reichweite. Zudem lässt esdie Wahl zwischen einer Einrichtung per App und den erweiterten Optionen auf der Weboberfläche. Man kann ein neues Heimnetz aufsetzen oder Orbi als Access Point inein bestehendes Netz integrieren. Noch mehrFlexibilität bringt der Ansatz von AVM, WLAN-Repeater und Powerline-Extender nahtlos mit dem WLAN der FritzBox zueinem weitreichenden, aber eben nur mittelprächtig schnellen Mesh-Netz zu verschmelzen. Google Wifi und seine „Klone“ Asus Lyra, Linksys Velop und TP-Link Deco knausern dagegen mit Optionen. Die Systeme von Google und TP-Link sind günstig und funktionieren reibungslos –das etwas zäh zu konfigurierende Linksys Velop punktet dafür mit dem höchsten Funktempo. Devolos GigaGate ist eine spezialisierte Lösung zur drahtlosen Anbindung einer Medienecke. Satellit 2 19 m 8m Backhaul: So schnell sind die Systeme intern Die Messergebnisse vonder Basisbis zumLAN-Anschlussdes nächsten Satellitenzeigendie Übertragungsgeschwindigkeit Max. Transferrate in MBit vonder Basis zum Satelliten (24 parallele Transfers) Netgear Orbi 826 Devolo GigaGate 810 TP-Link Deco 637 Asus Lyra 569 AVMRepeater 1750E 526 Linksys Velop 525 Google Wifi 499 WLAN- Mesh-Systeme Asus Lyra Google Wifi Linksys Velop Netgear Orbi TP-Link Deco FritzBox7490 +Repeater Devolo GigaGate Typ Mesh-System Mesh-System Mesh-System Mesh-System Mesh-System Software-Mesh WLAN-Bridge Anzahl Geräte 3xLyra 1/2/3 xGoogle Wifi 1/2/3 xVelop 1xRouter, 1/2 xSatellit 3xDeco 1Router, 1WLAN-Repeater, 1Powerline-Extender Preis (in Euro, ca.) 440 130/235/360 200/380/500 405/600 300 190 +75+120 215 Nominelles Tempo 2,4/5 GHz (MBit/s) LAN-Clients proStation 1Base, 1Satellit 400/867 300/867 400/867 400/1733 400/867 450/1.300 300/1.733 2 1 2 3xRouter, 4xSatellit 2 4xRouter, 1Repeater, 1Extender 0xBase, 5xSatellit (1 xGBit, 4x100 MBit) ○/○ ○/○ ○/○ ○/○ ○/○ ○/○ ○/○ Access Point/ eigenes Netz Konfiguration per App/ Weboberfläche Leistungsaufnahme 20,5 10,7 14,9 12,6 11,7 10,4 9,3 aller Geräte (Watt) Tempo Laptop nah/fern (MBit/s) 165/79 197/81 196/168 191/179 186/109 128/58 97/27 ○/○ ○/○ ○/○ ○/○ ○/○ ○/○ PC-Software Tempo Tablet nah/fern (MBit/s) 74/39 165/72 138/48 111/124 150/29 128/55 48/15 BxHxT(cm) Ø15x5,4 Ø10,6 x6,9 8x18,5 x8 17 x23x8 Ø12x4 25 x18x5,5 3x14,7x17 Fazit + Einfach, kompakt - Eingeschränkte Optionen, teils zähe Konfiguration/ Updates + Einfach, kompakt - Kaum Optionen, Cloud-Zwang, mittelmäßiges Transfertempo + Einfach - Kaum Optionen, Einrichtung „an Router“ funktioniert nicht, Cloud-Zwang + Einfache oder erweiterte Einrichtung, hohes Tempo, kein Cloud-Zwang - Klobig, LEDs tagsüber zu dunkel + Einfaches und flüssiges Setup, sehr klein - Kaum Optionen, Cloud-Zwang + Einfach, flexibel, nahtlose FritzOS- Einbindung, Reichweite (Powerline) - Tempo eingeschränkt + Keinerlei Einrichtung nötig, sehr schneller Backhaul - 100-MBit-LAN- Ports, nur 2,4-GHz- WLAN am Satellit ○ ja ○ nein WLAN-Handbuch | 2018 29

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