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Kapitel 15 „Ich dachte

Kapitel 15 „Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr.“ Das waren ihre ersten Worte, nachdem sie mir die Tür geöffnet hatte. Vollkommen ernst sah sie mich dabei an. Ich wunderte mich nicht mal über ihre Begrüßung. Ich selbst sagte nichts. Noch in der offenen Tür küssten wir uns. Lara schlang die Beine um meine Hüfte und warf in ihrem Rücken mit einer Hand die Tür zu. Ich schob meine Hände unter ihren Po und trug sie in die Wohnung. Unseren Kuss unterbrachen wir dabei nicht. Es war, als durchbrächen viel zu lange zurückgehaltene Wassermassen einen künstlichen Damm und überschwemmten nun in einer riesigen Welle das Land, das in den Fluten versank und vollständig unterging. Wir hatten keine Chance mehr, unser Boot zu steuern. Das Boot hieß Vernunft. Es taumelte auf den Wellen und war ihnen hilflos ausgeliefert. Ich ließ Lara von meinem Arm auf die große Holzkommode im Flur gleiten und sah im Spiegel meine Hände unter ihrem gelben T-Shirt verschwinden. Hastig streifte sie meine Jacke ab, zog mein Hemd aus der Hose. Im Spiegel sah ich weiter, wie meine Hände ihr T-Shirt hochschoben. Ich sah die sanft gebräunte Haut ihres schmalen Rückens. Ich sah immer mehr davon, nun fast schon bis hinauf zu den Schulterblättern. Als ich ihr das T-Shirt über den Kopf ziehen wollte, passierte etwas Seltsames. Etwas, das die Dinge ins Stocken brachte. Mitten in der Bewegung hielt Lara inne. „Was ist?“, fragte ich. „Was hast du?“ Lara sagte nichts. Sie sah mich nur an, blieb auf der Kommode sitzen und verharrte in ihrer seltsamen Erstarrung. Sie sah aus, als stünde sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was los war. Ich tappte vollkommen im Dunkeln. Dann plötzlich entspannte sie sich wieder etwas, als habe sie nun ihre Entscheidung getroffen. Sie ließ es zu, dass meine Hände sich unter ihrem T-Shirt weiter vortasteten. So fühlte ich das Muttermal mit mei- 104

ner linken Hand, bevor ich es sah. Lara ließ es geschehen. Auch als ich endlich das Mal im Spiegel sehen konnte, unternahm sie nichts dagegen. Sie hielt den Atem an, wartete auf meine Reaktion. Genau wie bei Maurice war das Mal auf der rechten Schulter, an exakt derselben Stelle. Und wie bei ihm hatte es die Form der kleinen Insel vor unserer Küste, die sich sanft aus dem Meer erhob. Es konnte keinen Zweifel geben: Lara war die Frau, nach der die Polizei bis zum heutigen Tag vergeblich suchte. Sie war die Mutter von Maurice. Lara war die Mutter meines Sohnes. Nachdem wir uns wortlos weiter geliebt hatten, saßen wir in ihrer Küche und tranken ein Glas Sambuca mit Kaffeebohnen. Nach meiner Entdeckung hatten wir zwei denkbar einfache Möglichkeiten gehabt: Entweder wir brachen unser Liebesspiel ab, oder wir machten weiter. Ohne darüber nachzudenken, hatten wir uns für die zweite Möglichkeit entschieden, auch wenn alles plötzlich und unwiderruflich anders geworden war. Mein ganzes Leben schien mir in fast absurder Weise auf den Kopf gestellt. Es würde eine Weile dauern, bis ich das Ausmaß wirklich begriffen hatte. Auch als wir nun in Laras Küche saßen, ein Gläschen tranken und uns lange Zeit anschwiegen, wurden die Dinge nicht klarer. Immer wollte ich etwas sagen, tausend verschiedene Worte lagen mir auf der Zunge. Aber jedes Mal erschien mir im letzten Moment alles falsch und Anzeige 105

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