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„Die Dame ist bereits

„Die Dame ist bereits abgereist“, bestätigte der Portier meine Befürchtungen. „Schon sehr früh. Aber sie hat Ihnen eine Nachricht hinterlassen, Herr Thailer.“ Mit diesen Worten zog er einen Briefumschlag unter dem Tresen hervor und hielt ihn mir hin. Ich zögerte, ihn anzunehmen. Es konnte nichts Gutes bedeuten, dass Lara erneut verschwunden war, ohne irgendetwas mit mir besprochen zu haben. Meine Angst, sie, nachdem ich sie gerade erst gefunden hatte, schon wieder verloren zu haben, drohte mich zu überwältigen. Natürlich nahm ich den Brief am Ende doch. Ich ging damit zur Sitzgruppe der Lounge und öffnete ihn. Es waren nur ein paar Zeilen, hastig notiert auf dem Briefpapier des Hotels. Paul, es gibt da noch etwas, das ich klären muss. Ich hoffe mit meinem ganzen Herzen, dass es mir danach möglich ist, zu dir zurückzukommen. Bitte glaube mir, dass es nichts gibt, was ich mir mehr wünsche… Du hörst von mir! In Liebe … Lara Kapitel 27 Ich duschte, verstaute die Wäsche des Vortags in einer Plastiktüte und rasierte mich mit einem Einmalrasierer. Ich frühstückte eher spärlich. Körperlich fühlte ich mich, trotz der wenigen Stunden Schlaf, frisch und ausgeruht. Geistig war ich ein Hohlraum. Ich fühlte mich weder gut noch schlecht, ich fühlte mich gar nicht. Ich war vollkommen leer. Das war ein seltsamer, mir völlig neuer Zustand. Ich sah nicht schwarz, aber ich sah auch keine Farben: ich sah weiß und grau. Menschen und Gegenstände um mich her waren semitransparent. Anders lässt es sich nicht beschreiben. 200

Anzeige Ich dachte auch nichts. Jeder Gedanke wäre abgeglitten von der sterilen, plastikähnlichen Schicht, die ich im Innern meines Schädels spürte. Seltsamerweise handelte ich. Ich setzte mich in mein Auto und fuhr los. Schnurstracks lenkte ich den Wagen erneut zum Haus von Marlies Schwalm. Ich stellte das Auto auf dem gleichen Parkplatz ab wie am Vortag, stieg aus und ging die paar Schritte die Auffahrt hoch. Ich klingelte an der Tür. Aber auch nach dem vierten oder fünften Versuch wurde mir nicht geöffnet. Ich ging einmal um das Haus herum. Ich schaute in jedes Fenster, sah aber niemand. Ganz offensichtlich war Marlies Schwalm nicht zu Hause. Ich ging zurück zum Parkplatz, stieg in mein Auto und fuhr wieder los. Ich handelte wie ein Roboter, der seine Anweisungen aus einer Schaltzentrale von außerhalb bekommt. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, was für eine Schaltzentrale das sein sollte. Ich fuhr. Ich glaube nicht, dass ich wusste, wohin ich eigentlich fuhr. Meiner Zielstrebigkeit tat das keinen Abbruch. Ich durchquerte die gesamte Innenstadt. Ich beachtete sämtliche Verkehrsregeln peinlich genau. Vor roten Ampeln stoppte ich und startete bei Grün. Ich fuhr nach Sankt Pauli, gelangte an der Reeperbahn vorbei zur Hafenstraße. Ich parkte mein Auto auf dem Seitenstreifen und stieg aus. Ich ging zu dem Haus, in dem Katja Baumeister wohnte. Ich drückte auf den Klingelknopf, der neben ihrem Namensschildchen stand. Und in genau 201

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