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Sandra war auf der

Sandra war auf der Stelle still und starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an. Sie schien jetzt weit mehr erschrocken über Lara als über den Unfall. „Aber …“, versuchte sie es noch einmal, erntete von Lara aber nur einen weiteren vernichtenden Blick und schwieg wieder. Lara kam hoch und setzte sich mit Maurice auf den Rand der Kugelkiste. Ohne jede Einschränkung hatte sie das Regiment übernommen. Ich setzte mich neben sie und streichelte Maurice weiter. „Also“, wandte Lara sich jetzt ruhig, aber entschieden an die Praktikantin. „Was ist passiert? Und ich will weder Geschrei noch Geheule oder Gejammer hören, klar?“ Sandra hockte noch immer auf der Erde und schaute nun fast demütig aus ihren mausgrauen Augen von unten nach oben, während sie erzählte. Immer wieder drohte ihr dabei die Stimme zu versagen. Ein paar Strähnen waren aus ihrem Haargummi gerutscht, im Gesicht hatte sie hektische rote Flecken. Sie beruhigte sich nur schwer. Maurice bewegte sich nun auf Laras Schoß und setzte sich vorsichtig auf. Es schien ihm gut zu gehen. „Er ist aus der Kiste geklettert“, sagte Sandra „und hat sich auf den Rand gestellt. Ungefähr da, wo Sie jetzt sitzen.“ In ihrer Aufregung verzichtete sie darauf, Lara zu duzen. „Ich hab ihm gesagt“, fuhr sie fort, „er soll da sofort runterkommen. Aber er hat mich nur blöd angegrinst. Da hab ich es noch mal gesagt.“ „Und dann?“, drängte Lara ungeduldig. „Was ist dann passiert? Nun rede schon!“ Vollkommen überraschend flennte Sandra los. Eine Weile konnte sie nicht weiterreden. Dann aber gelangen ihr doch wieder ein paar Worte, wenn auch immer wieder unterbrochen durch neue Tränenattacken: „Er ist einfach nicht runtergekommen … und dann sah es aus, als ob er … als ob er fällt … und dann, dann hab ich ihn … ich wollte ihn festhalten und dabei … dabei ist er runtergefallen und ist, er ist mit dem Kopf auf den Boden geknallt und ich glaub … ich glaub, er war ohnmächtig 82

Anzeige … ich … ich kann doch nichts dafür … dieser kleine Blödmann, dieser verdammte kleine Affe hat einfach nicht auf mich gehört …“ Lara stand auf, Maurice weiter auf dem Arm, er wurde immer munterer. Lara dagegen schien plötzlich von fast unheimlicher Ruhe erfüllt. „So“, sagte sie mit klarer Stimme zu Sandra, die immer noch auf dem Boden hockte und sich ein paar Tränen aus dem Gesicht wischte. „Wir werden jetzt mit Maurice zum Krankenhaus fahren, um ihn dort gründlich untersuchen zu lassen. Und Sie werden so schnell wie möglich Ihre Sachen zusammenpacken und das beseitigen, was Sie an Unordnung gemacht haben.“ Erstaunt riss Sandra ihre mittlerweile schwer geröteten Augen auf. „Und wenn wir wiederkommen“, fuhr Lara fort, „haben Sie schon längst vergessen, dass Sie jemals hier waren.“ Wir gingen zur Haustür. Sandra kam hoch und folgte uns. „Aber …“, stammelte sie, „aber … soll ich denn nicht … wiederkommen?“ Lara blieb noch einmal stehen und wandte sich zu ihr um, bevor wir das Haus verließen. „Hab ich mich etwa so angehört“, fragte sie, „als ob Sie noch einmal wiederkommen sollen?“ „Nein“, antwortete Sandra ebenso verdutzt wie ehrlich. „Na also. Sie sind vollkommen ungeeignet für diesen Beruf. Ich werde 83

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