Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

MBJS

EINGEGANGEN

1 0. Jan. 2012

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Aniage

10.01. 2012

26. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport am 12.01. 2012

ZU TOP 1 Schriftlicher Bericht des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport zur

Umsetzung des Beschlusses des Landtages „Schülerinnen und Schüler mit Rechenschwäche

nicht benachteiligen", Drucksache 5/2106 ND-B

Der Landtag hat in seiner Sitzung 23.Sitzung am 7.Oktober 2010 die Entschließung „Schülerinnen

und Schüler mit Rechenschwäche nicht benachteiligen" angenommen. Schülerinnen

und Schüler mit einer Rechenschwäche sollen chancengleich unterrichtet werden. Das sollte

Grundsatz der Arbeit von Lehrkräften mit allen Schülerinnen und Schülern in unseren Schulen

sein. Besondere Aufmerksamkeit gehört deshalb auch Kindern und Jugendlichen mit

einer Rechenschwäche.

Zur Problematik wurde im Landtag am 16.9.2010 im Bildungsausschuss eine Anhörung

durchgeführt. Acht Experten (Wissenschaftler, Praktiker, Verbandsvertreter) , u.a. Herr

Prof. Dr. Wilhelm Schipper, Universität Bielefeld, Dr. Jörg Kwapis, Potsdam, ZTR - Zentrum

zur Therapie der Rechenschwäche, Potsdam, Frau Klewitz, Schulleiterin der Grundschule im

Kirchsteigfeld, Potsdam, kamen zu Wort.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass es z.Z. keinen Konsens über die Ursachen von

Dyskalkulie gibt, die Forschung ist, im Vergleich zur LRS, noch nicht umfänglich genug.

Nach neuropsychologischen Theorien, diese finden sich in der WHO-Defiintion zur Rechenstörung

wieder, ist Dyskalkulie eine Entwicklungsstörung des Rechnens, eine umschriebene

Beeinträchtigung, die trotz normaler Intelligenz und bei angemessener Beschulung auftritt.

Andere gehen davon aus, dass Dyskalkulie im Anfangsunterricht entsteht, also erworben

wird. Dyskalkulie betrifft ca. 4 bis 7% der Grundschulpopulation. Unbestritten ist, dass

Kita und Schule die wichtigen Förderortes ein müssen.

Begrifflich werden oft Rechenschwäche, Rechenstörung (schulischer Kontext) und

Dyskalkulie (medizinisch, therapeutischer Bezug zum § 35a des SGB VII) synonym verwendet.

Einigkeit besteht jedoch hinsichtlich folgender Aspekte zur Verbesserung der Situation von

Betroffenen: u.a. frühzeitige Förderung, Öffentlichkeitsarbeit, Nachteilsausgleich, gewähren,

Diagnose- und Förderkompetenz von Lehrkräften entwickeln.

Wenn auch die Ursachen, Entstehung und Ausprägung der Rechenstörungen noch nicht

hinreichend gesichert erforscht sind, gilt es, die Arbeit an den wichtigen Förderorten — Kindergarten

und Schule — zu optimieren. Das bedeutet, das Problem anzuerkennen, die Ursachen

erforschen und eine individuelle Förderung anbieten. Das ist die konkrete Aufgabe vor

der Lehrkräfte stehen. Im Land Brandenburg ist für beide Gruppen — Kinder und Jugendliche

mit einer LRS oder Rechenschwäche — ein rechtlicher Rahmen durch die Verwaltungsvorschriften

von 2011, die den Intentionen der KMK- Empfehlung vom 15.11.2007 folgen, gesetzt:

„Das Erscheinungsbild von besonderen Schwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern im

Rechnen (Rechenstörungen) kann mit einer Lese-Rechtschreibschwäche nicht gleichgesetzt

werden. Folglich können auch bei der Leistungsbewertung Rechenstörungen nicht in gleicher

Weise berücksichtigt werden wie besondere Schwierigkeiten im Lesen und Recht-

J:\Eigene DaleierABalzer\ABJS12012-01-1212012-01-10 TOP 1 schriftl. Bericht Rechenschwäche.doc

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