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Inklusive Leidenschaft. Lesben, Schwule ... - Berlin.de

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21 orientiert und damit

21 orientiert und damit oftmals nicht aufgeschlossen für das Thema Homosexualität. In dieser Gruppe wird nach Normen und Wertvorstellungen der Gesellschaft gelebt. Viele Frauen mit Behinderung streben ebenso nach Normalität wie Frauen ohne Behinderung, obgleich sie keine Chance haben werden, diese zu erreichen. Diese Normen zu erfüllen, bedeutet für Frauen mit Behinderung viel mehr Anstrengung. Wenn ihr Streben nach der Norm Anerkennung findet, so bedeutet dies eine Aufwertung ihres Selbstbewusstseins. Einige dieser Normen sind: einen nichtbehinderten Mann, Kinder, Haus und Hund „zu besitzen“. Das ist aus meiner Sicht eine Begründung dafür, dass sich Lesben mit Behinderung selten trauen, sich in ihrer vertrauten Gruppe zu outen. Sie würden Gefahr laufen, dass sich ihre Freunde eventuell. von ihnen abwenden, sie diskriminieren und sie allein sind. Denn mit ihrem Outing würden sie öffentlich dazu stehen, aus dieser angepassten Norm auszubrechen. Lebenssituationen von Lesben mit Behinderung „Wer aus dieser ‚Normalität’ herausfällt, wird automatisch zur Randgruppe. Problematisch an der Konstruktion einer ‚Normalität’ ist jedoch nicht nur, dass Menschen ohne Behinderungen diese Werte internalisieren, sondern auch Menschen mit Behinderungen verinnerlichen dieses Idealbild der ‚Normalität’ und haben oft den Anspruch, diesem Bild entsprechen zu können. Menschen mit Behinderungen orientieren sich an den gleichen Wertmaßstäben und sind nicht frei von Vorurteilen.“ 4 In der heterosexuellen Gesellschaft ist unter anderem auch ein nichtbehinderter Partner immer noch sehr erstrebenswert, weil dieser der Normalität näher ist, die Frauen mit Behinderungen anstreben. „Markant ist auch, dass viele Menschen mit Behinderungen keine Partnerin oder keinen Partner wöllten, die / der ebenfalls behindert ist, weil sie sich an den Normen der nichtbehinderten Welt orientieren und die Norm besagt, dass eine Partnerin / ein Partner ohne Behinderung erstrebenswerter sei.“ 5 Auch in Lesbenkreisen wird meist nach der nicht behinderten Partnerin gesucht. 4 Ulbricht, Katja: Minderheit in einer Minderheit?! Zu den Möglichkeiten einer erfüllenden Lebensgestaltung von Lesben und Schwulen mit Behinderungen, Diplomarbeit, Fachhochschule Würzburg –Schweinfurt, Studiengang Soziale Arbeit, 2003, S. 53. Download: URL 21.06.2011: http://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Homosexualitaet/katja.ulbricht.pdf 5 vgl. Picker, 1997, S.14f In: Ulbricht, Katja: Minderheit in einer Minderheit?!, a.a.O., S. 49.

22 Lebenssituationen von Lesben mit Behinderung Das Einordnen in Gruppen, zu denen wir uns zugehörig fühlen, ist sehr wichtig für alle Menschen, zur Stärkung des Selbstbewusstseins und für die Anerkennung der eigenen Person. Aber gleichzeitig unterwirft frau sich diesen Regeln, will sie diese Anerkennung, so muss sie mitspielen. Lesben mit Behinderung befinden sich in zwei Gruppen, die scheinbar nicht zu vereinen sind. Die Gruppe der „Behinderten“ und die der Lesben. In der einen werden sie als Frauen wahrgenommen und mit dem Wunsch nach ihrer Sexualität ernst genommen. Es wird auf ihre Behinderung selbstverständlich Rücksicht genommen, ohne Hemmungen und Berührungsängste mit ihnen umgegangen. In der Lesben-Community befinden sie sich unter Gleichgesinnten. Zu welcher Gruppe gehören sie nun? Wo fühlen sie sich am wohlsten? In beiden Gruppen fehlt ihnen der sichere Halt. „Behindert und lesbisch bzw. schwul zu sein, ist eine Doppelqualifikation, die sich nirgends so richtig einordnen lässt und dazu führt, dass Personen, die beides in sich vereinen, häufig zwischen den Stühlen sitzen.“ 6 „Eine Lesbe mit Behinderung fasst die Situation in folgende Worte: ‚Krüppellesben bilden einen Minderheitsstatus. Sei es unter Krüppelfrauen oder nichtbehinderten Lesben, in keiner dieser Kategorien wird unsere ganze Persönlichkeit berücksichtigt. In der Krüppelfrauenbewegung fällt unser Lesbischsein aus dem Rahmen, unter nichtbehinderten Lesben fällt unsere Behinderung ins Gewicht.’“ 7 Sich in mehreren Minderheiten zu befinden, gegebenenfalls nicht nach deren Regeln zu leben und dazu zu stehen, erfordert besonders viel harte Arbeit an sich selbst und ein starkes Selbstbewusstsein. Viele Frauen sind durch ihre Beeinträchtigung so sehr in ihren Alltag eingebunden, der sehr viel körperliche wie psychische Kraft kostet, so dass sie sich nicht auch noch gegen die Mainstream- Meinung stellen können. Einer möglichen Diskriminierung durch Freunde, also einer öffentlichen Ablehnung wollen sie sich nicht aussetzen. Aber finden Lesben unter Lesben das, was sie sich erhoffen? Vor Jahren, nach meinem Comingout, 1998 schrieb ich über meine Hoffnung in der Frauen- / Lesbencommunity. Die Frauensolidarität, die ich suchte, fand ich dort nicht. Auch von Frauen / Lesben erfuhr ich Diskriminierungen, die ich nicht erwartet hatte. 6 Muster, 1998, S.8 In: Ulbricht, Katja: Minderheit in einer Minderheit?!, a.a.O., S. 77. 7 Jordan, 1998, S.15 In: Ulbricht, Katja: Minderheit in einer Minderheit?!, a.a.O., S. 78.

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