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förderung angewiesen ist. Es reicht nämlich im Regelfall nicht aus, lediglich Fördermittelberatung

bereitzustellen, sondern es ist eine gezielte Beratung und Aktivierung

der Bevölkerung erforderlich, will man die Chancen wahrnehmen, die der Tourismus

in einem Raum bietet. In diesem Zusammenhang ist darauf zu verweisen,

daß in anderen Regionen der fünf neuen Bundesländer gegenwärtig fünf Modellprojekte

"Einkommenssicherung durch Dorferneuerung" laufen, in denen eine

"Rundumberatung" bis hin zur Begleitung der Antragsteller zu Banken und Behörden

geleistet wird 109 . Würden solche Projekte nicht nur Pilotstandard, sondern Element

der Wirtschaftsförderung, könnte sich möglicherweise der Zeitbedarf zum Aufbau

"sanfter" touristischer Strukturen verkürzen.

Abbildung 19: Vergleich der Wirkungen unterschiedlicher Entwicklungspfade für

die touristische Erschließung in einer Region

Beurteilungskriterium

Arbeitsplätze in der

Erstellungsphase

Arbeitsplätze im

Betrieb und

Betten pro Vollzeitarbeitsplatz

indirekte Arbeitsplatz-

Effekte

(Z.B.Einkäufe,

Restaurantbesuche)

Qualität der Arbeitsplätze

"harter" Entwicklungspfad 1 ) "sanfter" Entwicklungspfad 2 )

Rodung der Gelände, Erstellung der

Bungalows (Fertigbauten), Erstellung

des "Herzstücks" (Spaßbad) erfolgt mit

Hilfe auswärtiger Spezialfirmen, ortsansässige

Bauindustrie/ das Bauhandwerk

ist im Regelfall nicht auf

diese Anforderungen eingerichtet

12,7

bei 3000 Betten an einem Standort

= 236 VZA

bei innenorientiertem Konzept nur geringe

Zusatzeinnahmen für örtliche

Gastronomie, Einzelhandel, Landwirtschaft;

Einkauf der benötigten Waren

erfolgt zentral, Berücksichtigung lokaler

Angebote eher unwahrscheinlich, da

Serienprodukte gefragt werden

Managementaufgaben werden von

auswärtigen Arbeitskräften durchgeführt,

für die lokale Bevölkerung bleiben

häufig nur unqualifizierte Tätigkeiten,

vielfach wird die Sozialversicherungsgrenze

nicht überschritten

(weniger als 10 Stunden pro Woche),

Sonn-und Feiertagsarbeit, Reinigungsarbeiten

Restaurierung, Umbau, Erstellung

neuer Beherbergungskapazitäten

kommt im Regelfall zu einem nicht

unerheblichen Teil der ortsansässigen

Bauindustrie/ Bauhandwerk

zugute - positiver Beitrag zur Regionalentwicklung

5,4

bei 3000 Betten an dispersen

Standorten =555 VZA

Der Wertschöpfungsmultiplikator

dieser Form des Tourismus wird mit

1,7 beziffert. Damit trägt der Tourismus

zur Stabilisierung der ökonomischen

Situation des örtlichen

Einzelhandels, der Gastronomie und

des Handwerks bei; die Wertschöpfungsquote

könnte sogar noch gesteigert

werden, wenn es gelingt,

dauerhafte regionale Liefer-

Leistungsverflechtungen zu etablieren;

so daß (bei 3000 Betten) durch

diesen Weg rechnerisch ca. 800 bis

1000 (Vollzeit-) Arbeitsplätze langfristig

entstehen könnten (ohne

konjunkturelle Effekte, die während

der Bauphase entstehen)

Familienbetriebe, Mangementaufgaben

durch einheimische Fachkräfte;

jedoch ebenso häufig unqualifizierte

und sozial nicht abgesicherte

Tätigkeiten wie beim "harten Weg"

1) Erschließung über Urbane Ferienzentren der 2. Generation, innenorientierte Konzepte, mit großen Bungalowsiedlungen, Restaurants

und Läden innerhalb der Anlage, mit einem "Spaßbad" als Zentrum der Anlage

2) Orts-und regionaltypische touristische Entwicklung, gekennzeichnet durch mittelgroße Hotels und Pensionen, Ferienwohnungen

in bestehenden Einrichtungen und unter Einbezug von Maßnahmen der Dorferneuerung Fortsetzung -> b.w.

109 Mündliche Mitteilung Fremdenverkehrsverband West-Mecklenburg, Frau Ohlhöft, April 1994

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