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Anforderungen, die der Tourismus stellt, vielfach nicht kompatibel sind mit dem finanziellen

Leistungsvermögen der Betriebsinhaber/innen. Viele der Betriebsinhaber/innen

bedienen nicht nur Touristen, sondern - sofern es sich um eine Dorfgaststätte

handelt - müssen sich auch auf die Einheimischen einstellen. Tourismus ist

ein Saisongeschäft; die Dorfschänke ist jedoch nicht selten Dorftreffpunkt. Frische

Lebensmittel zu einem vertretbaren Preis lassen sich nicht vorrätig halten, wenn die

Nachfrage eher gering ist. Dieser Zielkonflikt läßt sich nicht einfach aufheben, hier

muß in Gesprächen nach Lösungen mit den Gastronom/innen gesucht werden (z.B.

Gemeinschaftseinkauf u. Vorratshaltung).

Insgesamt gilt es, das gastronomische Angebot entsprechend den Anforderungen

einer umweltbewußten und marktgerechten Betriebsführung (mit den bereits genannten

Anforderungen an Energiesparmaßnahmen, Abfallvermeidung, Wasserverbrauch-

und Abwasserbelastungs-Minderung) auszurichten. Geeignete Instrumente

sind hier Betriebsberatungen, Wettbewerbe und Qualifizierungsmaßnahmen. Darüber

hinaus ist an einen Gesprächskreis "umweltbewußte Gastronomie im Elbetal"

zu denken. Als Initiatoren können die Fremdenverkehrsverbände, sowie die regionalen

Gliederungen der Standesvertretungen (DEHOGA, Bauernverband) auftreten.

Auch eine externe Projektgruppe (Stichwort "Regionalentwicklung über humankapitalintensive

Förderungsmaßnahmen") kommt als Initiator für solche Konzeptionen in

Frage.

Touristische Infrastruktur

Unter touristischen Infrastrukturen sind eine Vielzahl unterschiedlicher ortsfester

Einrichtungen zu verstehen:

• Wander-, Reit- u. Radwege

• Häfen, Bootsanlegestellen, Rastplätze

• Hallenbäder

• Tennisplätze

• Mountainbikebahnen u.a.m.

In Hinblick auf solche Infrastrukturen läßt sich die Region auf der östlichen Seite

bislang weitgehend als "weißer Fleck" bezeichnen. In den letzten vier Jahren wurde

jedoch insbesondere das Wegenetz ausgebaut, wurden Fahrrad- und Wasserwanderwegekarten

herausgegeben. Kritisch ist allerdings zu bemerken, daß jede Region/

Gebietskörperschaft für sich plant und kaum Informationen über die Aktivitäten

der Nachbargemeinden vorliegen. Die unzureichende "Vernetzung" der Region ist

verglichen mit den Nachfrage-Entwicklungstendenzen (Stichwort "Reisepioniere,

Nomaden") jedoch nicht hilfreich, weil sich beispielsweise Radfernwanderer Regionen

und nicht nur einzelne Orte als Ziel aussuchen.

Unzureichende Vernetzung weist auch die Planung für den Wassersport auf. Es

liegt eine "unverbindliche Rahmenrichtlinie möglicher Standorte wassersportlicher

Einrichtungen unter Berücksichtigung des Naturschutzes im Elbetal zwischen Quitzöbel

und Sassendorf' als Untersuchungsergebnis des Arbeitskreises 'Wassersport/

Naturschutz" im Elbetal aus dem Jahre 1991 vor. Diese hat jedoch keine Rechtswirkung.

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