Rundfunk in Stuttgart 1934 - Mediaculture online

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bestellt. Sechs Mitglieder des Verwaltungsrats sind vom Rundfunkrat, fünf weitere

vom Landtag für zwei Jahre zu wählen; in diesem Punkt änderte der Landtag den

Entwurf leicht ab. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats gehört dem Rundfunkrat

Kraft Amtes an; die übrigen vierzehn Mitglieder dieses Gremiums sind auf

Vorschlag verschiedener Organisationen für vier Jahre vom Landtag zu berufen;

sie sollen mit Ausnahme des Verwaltungsratsvorsitzenden – dem Landtag nicht

angehören dürfen. Weitere Vertreter kultureller Organisationen könnten auf

Vorschlag des Intendanten oder des Verwaltungsrats in den Rundfunkrat

aufgenommen werden, die Höchstgrenze soll bei zwanzig Mitgliedern liegen. Mit

beratender Stimme ist ein Vertreter der Landesregierung an allen Sitzungen des

Rundfunkrats zu beteiligen.

In den Debatten des Stuttgarter Landtags machten die Abgeordneten ihrer

Verärgerung über die unnachgiebige Haltung der Amerikaner bei der

Verwendung der Überschüsse oder auch bei der Beteiligung der Post am

Rundfunk Luft: Es fiel das böse Wort, daß irgendwann auch Deutschland wie

"jedem Negerstaat ( ... ) die Freiheit der Selbstbestimmung gegeben werde." Dann

habe man endlich wieder Gelegenheit, ein Rundfunkgesetz nach eigenen

Vorstellungen zu entwickeln.

Obwohl im Laufe der Beratungen im Landtag strittige Fragen immer wieder mit

der Militärregierung abgestimmt worden waren, fand auch dieses Gesetz bei den

Amerikanern keine Zustimmung. Es gab Einwände bei der Zusammensetzung des

Rundfunkrates, dessen Mitgliedsorganisationen genauer bestimmt werden

müßten. Im übrigen sollten diese Organisationen selbst die Persönlichkeiten, die

sie entsenden wollten, bestimmen und nicht der Landtag. Zudem sollten weitere

Standesorganisationen und Berufsverbände, also beispielsweise die der Musiker,

Schriftsteller und Journalisten, vertreten sein. Es wurde die klare Festlegung

verlangt, daß die sechs vom Rundfunkrat zu wählenden Mitglieder des

Verwaltungsrates weder in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Staat und

Regierung, noch zum Rundfunk stünden. Fünf Vertreter des Landtags im

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