Tomy und der Planet der Lüge - naturwesen11

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kann. Lägen da nicht die Zettel mit meinen Notizen vonletzter Nacht. Im Moment kommt mir mein Vorhabenwieder nutzlos vor. Wer soll das alles als Wirklichkeitnehmen können? Mit Marc bin ich übrigens weder verwandtnoch verschwägert, er war damals mein Sekretärund ist heute mein Freund, und auf der gefahrvollenReise durch das Hochland von Pakistan war Marc einzuverlässiger Partner. Er ist viel jünger als ich. Natürlichfühle ich mich verantwortlich, denn ich hatte ihn zurReise ermuntert. Wenn für niemanden sonst, sollte ichden Ablauf der Geschehnisse für ihn aufschreiben, damitauch er seine Alpträume loswurde. Seit dem Tag der Begegnungmit Tomy schläft Marc unruhig. Seine Muttererzählte mir, Marc habe kürzlich in der Nacht geschrieen.Sie habe zwar nichts verstanden, aber ihr Sohn sei schweißgebadetaufgewacht.Bei derartigen Gesprächen frage ich mich immer wieder,ob wir denn überhaupt eine Chance hatten, uns Tomyzu entziehen. Er war doch ein Mensch aus Fleisch undBlut, wenn auch unter höchst mysteriösen Umständenentstanden. Und noch unter komischeren Begleiterscheinungenentschwunden. Niemals hätten wir ihn damalswehrlos und allein in der Kühle der Morgendämmerungeinfach liegenlassen können. Umso weniger, als wir wußten,daß bald eine fürchterliche Hitze aufglühen würdeund ein einsamer Mensch in der Wüste qualvoll verdurstetwäre. Und weil wir ihn nicht zurückließen, haben wirdurchgestanden, was uns heute wie Mörder erscheinenläßt. Marc und ich wissen, daß wir keine Mörder sind,und meine Frau weiß es auch, aber wir vermuten alle, daßuns keiner der vernehmenden Beamten unsere Unschuldrichtig abnimmt. Uns wäre wohl der perfekte Mord gelungen,wenn es so wäre.13

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