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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

Donnerstag nicht

Donnerstag nicht ausgefallen – sie war vorgezogen worden, wie es sich für den KMGV gehört. Der Block war also nun von Chormitgliedern und deren Begleitung vollends besetzt. Im Anschluss an die Begrüßung beobachten wir fasziniert, wie die »Service-Engel« wie ein wohl eingespieltes Räderwerk die Menüfolge auftrugen und die Getränkewünsche der Gäste entgegennahmen. In der Pause überraschten uns die Service- Engel mit der Gelegenheit, die frisch gepresste Single-CD mit dem Titel »Wenn Weihnachte es«, die der Gastgeber seinen Gästen zum Auftakt dargeboten hatte, zu erwerben. Tommy Engel verarbeitet mit dieser Einleitung in die Weihnachtszeit den heutigen Stress rund um die Feiertage und verweist auf die »gute alte Zeit«, in der Muße und Besinnung noch Werte darstellten. 10 Nun begann der wirklich wichtige Teil des Abends mit dem Auftritt des Weihnachts- Engels und, nach seinen Soli die Erscheinung: sein kongenialer Partner, Marc Metzger. Die beiden warfen sich von Beginn an in wunderbaren Dialogen die Bälle zu und ließen kein Auge trocken. Auch Marc Metzgers Bericht über den Ablauf einer Christmette in seiner Gemeinde sorgte nicht nur im Chor für Lachsalven. Der sechsmonatig geübte Einmarsch von Sopran, Alt, Tenor, Bass und…Blasenschwachen (möglichst nah am Ausgang zu den Toiletten) sorgte für Erkenntnisgewinn, der vielleicht beim nächsten Auftritt auch bei uns beherzigt werden könnte. Nach der mit dem Nachtisch eingeleiteten Pause erinnerte Tommy Engel an seine Anfänge in der kölschen Musik. Er nahm das Publikum mit in die Salzgasse und stellte einen kölschen Weihnachtsabend mit Oma, Opa, dem Pap und de Pänz vor, in dessen Verlauf schließlich der Tannenbaum brennt. Zur Untermalung lief im Hintergrund die humorvolle WDR-Verfilmung dieses Liedes aus Tommys Zeiten bei den Bläck Fööss. Nachdem die Herren Engel und Metzger sich in einem Sketch dem Thema »Wie können sich Bewohner einer Seniorenresidenz der wohlwollenden Fürsorge durch Vereine, Schulen usw. widersetzen« angenommen hatten, stimmte schließlich der Weihnachts-

Besuch beim Weihnachtsengel 11 Engel »Leise rieselt der Schnee« an. Auf dieses Zeichen hin ging ein Ruck durch die Reihen des KMGV-Blocks und die Sänger enterten die Bühne. Nicht nur das übrige Publikum, nein sogar Tommy Engel schien ob der großen Anzahl der begeisterten Sänger etwas überrascht: »Wie viele kumme dann do noch? Kutt all erop!« Nach kurzem Dialog mit dem Baas, Manfred Kölzer, der das Publikum auch noch einmal auf das anstehende Divertissemenchten »Janz jeheim« hinwies, teilte sich der Chor und unter großem Applaus erschien als kleiner Appetithappen ein Teil unseres Zillche-Balletts zusammen mit dem als Röschen verkleideten Dirk Pütz. Das verspricht Spannung! Gemeinsam mit dem Publikum sang der Chor außerdem noch »Süßer die Glocken nie klingen« und »Stille Nacht, heilige Nacht«, bevor er sich unter großem Applaus und Samba-Klängen von der Bühne verabschiedete. Nach einigen weiteren Liedern nahte der Abschied und Tommy Engel rief in alter Tradition »seine« Service-Engel auf die Bühne, um ihre hervorragende Arbeit zu würdigen und dankte den einzelnen Teammitgliedern für ihre Unterstützung. Besonders freute ihn, dass auch sein langjähriger Freund und Weggefährte Kingsize Dick ihm die Ehre seines Besuches gegeben hatte. Mit rockigen Klängen und einer Arie (»Ein Gläschen Dornkaat« nach der Arie »Nessun dorma« aus Turandot) endete ein eindrucksvoller und emotionaler Abend. Im Herausgehen überlegten gewiss viele der KMGV-Mitglieder, wie im Zuschauerraum wohl eine neue Form entstehen wird, wenn ab dem 9. Januar 2016 in eben diesem Zelt einige Um- und Anbauten vollzogen worden sind. Dann werden die trommelnden Füße des Publikums das Divertissementchen »Janz schön jeheim« in der neuen Spielstätte feiern! AV