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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

Die Trumm begleitete den

Die Trumm begleitete den Karnevalsjeck auch häufig während der Karnevalszeit in und außerhalb Kölns. Und auf einer unserer Heimfahrten im Regionalexpress nach Siegburg erzählte er mir freundlich lächelnd, dass seine Trumm auch beim Karnevalszug des Kindergartens von Kaldauen zum Einsatz käme. Er trommelnd vorneweg und die begeisterten Kinder nebst seinem Enkelkind hinter ihm singend und jubelnd im Zug durchs Dorf. Ich habe ihn so nie gesehen, doch stelle ich es mir großartig vor. Und als wir ein paar Tage vor seinem Tod wieder gemeinsam Richtung Siegburg fuhren und noch über die letzte Probe flachsten, wäre der Gedanke, dass dies unsere letzte gemeinsame Fahrt sein sollte, für mich undenkbar gewesen. Die Urne mit der Asche von Jakob wurde am Mittag des 14. Mai 2015 auf dem Friedhof von Kaldauen im Beisein seiner Familie, vieler Freunde, Kollegen und Sangesbrüder beigesetzt. Mach et joot , Köbes ! Michael Willius 32

»Mein Mann war eine hübsche Frau…« Zum Tode von Wilhelm Schmidt Ja, ja, es stimmt schon, die Globalisierung dringt immer weiter vor und wohin wir auch kommen, die Welt wird sich überall immer ähnlicher – und irgendwann ist es dann soweit, dass es überall gleich aussieht. Ein H&M ist ein H&M ist ein H&M – egal ob in New York, in Tokio oder in Köln. Andererseits: Ist es mit der Globalisierung nicht auch irgendwie so wie mit dem römischen Reich, von dem ja auch gerne behauptet wird, es habe die von ihm besetzten Länder bis in den letzten Winkel hinein erfolgreich romanisiert… aber stimmt denn das? Eigentlich wissen wir es doch besser: »Ganz Gallien ist von den Römer besetzt … ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.« Irgendwo läuft es, aller äußeren Gleichmacherei zum Trotz, also doch immer ein wenig anders als sonst überall. Und die »Helden« dieses Widerstandes sind keine Supermänner, sondern der Fischhändler und der Schmied von nebenan. es war auch das Jahr, in dem der 27 jährige am 15. März als 1. Tenor in den Kölner Männer-Gesang-Verein eintrat. Bei seiner Aufnahme waren erste Tenöre übrigens noch nicht so dünn gesät wie heute – um die Jahreswende 1963 waren unter 27 neu in den Chor aufgenommen Sängern immerhin zwölf (!) erste Tenöre. Gelernt hatte Wilhelm Schmidt den Beruf des Drehers, den Meistertitel hatte er bereits in der Tasche, als er in den Chor aufgenommen wurde und auch im KMGV erwies sich Wilhelm Schmidt, der zu Beginn der 60er Jahre eine zweijährige sängerische Ausbildung absolvierte hatte, als »Durchstarter«: Schon bald trat er auch in das Doppelsextett ein. Auch das Zillche hatte es Wilhelm Schmidt von Beginn an angetan. Bei erster Gelegenheit, genauer gesagt im 1964 aufgeführten Zillche »Kölsch Jeld oder De Krun vun KMGV trauert 33 Und was hat das alles mit unserem Mitsänger Wilhelm Schmidt zu tun, der am 6.4.2015 im Alter von 89 Jahren verstorben ist? Wir werden sehen, es hat auch mit ihm zu tun. Wilhelm Schmidt wurde am 29. Juni 1925 in Köln geboren. Schon sein Vater war ein begeisterter Chorsänger, eine Leidenschaft, die er dem Sohn offenbar auf seinen Lebensweg mitgegeben hat. 1962 führte Wilhelm Schmidt seine Frau Margit zum Altar, im selben Jahr erblickte die Tochter Andrea das Licht der Welt. 1963 war aber nicht nur das Jahr, in dem »Familie Schmidt« mit der Geburt der Tochter vollständig war, sondern