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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

12 Zillche-Ballett probt

12 Zillche-Ballett probt Höppe bis die Fööss jöcke Vor den Erfolg haben die Bühnen-Götter den Schweiß gesetzt: Um für den Auftritt im Theater-Himmel gewappnet zu sein, traf sich das Ballett der Cäcilia Wolkenburg zum Trainingswochenende im stillen Kreuzberg a. d. Ahr. Bereits zum dritten Mal in Folge erarbeitete dort Zillche-Choreografin Michaela Niederhagen mit ihren 13 Mannen die Tänze für das aktuelle Divertissementchen »Janz schön jeheim«. Die Aufgabenstellung ist in diesem Jahr gewaltig: Die Session ist extrem kurz – bereits am 10. Januar 2016 wird das neue Stück Premiere feiern. Für die Bühnenproben ab 3. Januar muss alles sitzen. Der Probenbeginn hingegen verzögerte sich für das Ballett bis Mitte Oktober, da der Interims-Probenort während der Schulferien nicht genutzt werden kann. Hinzu kommen die Unabsehbarkeiten, die das neuerliche Zelt-Interim für die gesamte Bühnenspielgemeinschaft bedeuten: Wie groß wird die Bühne sein? Wie viele Gassen stehen für Auftritte zur Verfügung? Wie viel Platz bleibt vor dem Zwischenvorhang zum Tanzen übrig? Um diesen Rückstand aufzuholen, schlug das Zillche-Ballett sein Trainingslager vom 13. bis 15. November erneut im familiären Landgasthof Weihs an der Ahr auf, um sich ganz den schwierigen Schrittkombinationen

der temporeichen Tänze zu widmen. Fernab von Job und Alltag in Köln fanden die tanzenden Cäcilianer dort ideale Trainingsbedingungen, um konzentriert zu üben: Zwölf Stunden reine Trainingszeit verbucht das Ballett nun zusätzlich zu den regelmäßigen Proben in der Woche auf der Haben- Seite. In bis zu fünf Einheiten pro Tag wurde in einer Intensität trainiert, die »unter der Woche« nicht realisierbar wäre – schließlich stehen die Tänzer jenseits der Bühne voll im Berufsleben. Musik fordert Tänzer heraus Für die kurze Zeit an der Ahr hatte die Choreographin einen vollgepackten Stundenplan vorbereitet: Ein szenisches Ballett während der Ouvertüre verlangt den Tänzern auch viel schauspielerisches Talent ab, das sogenannte »Coca-Cola-Ballett« besteht insgesamt aus drei Teilen, deren Notenund Schritt-Material kaum vielfältiger sein könnte. »Das ist eine sehr anspruchsvolle Nummer«, weiß Michaela Niederhagen: »Ich bin stolz auf meine Männer, dass sie sich das so schnell draufgeschafft haben – jetzt können wir die Ballette putzen«. Zillche-Ballett probt 13 Beim Tanzen (wie im Haushalt) bedeutet »putzen« vor allem Arbeit, Fleiß, Gründlichkeit und Detailgenauigkeit: Nun wird das Erlernte gefestigt, rhythmisch akzentuiert. Nach den Beinen lernen jetzt auch die Arme, »wohin sie gehören«. Manchmal ist es nur eine synkopierte Kopfdrehung, die aus einer schlaffen Bewegung spannungsgeladenen Tanz macht. An diesen Feinheiten wird das Ballett noch bis zum Jahresende arbeiten, um seine Zuschauer auch im »weißen Zelt« am Barmer Platz zu begeistern. Eine ausgelassene Samba-Nummer, das rasante BND-Ballett inklusive Verfolgungsjagd oder der mysteriöse Teppich-Tanz werden gewiss für Stadtgespräch sorgen!

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