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Der Burgbote 2015 (Jahrgang 95)

KMGV-Konzert in Bornheim

KMGV-Konzert in Bornheim 14 Sonntag, 14. Juli 2015: An diesem wunderschönen Sommer Sonntagnachmittag traf sich der KMGV in Konzertstärke von über 100 Sängern im kleinen zwischen Rhein und Acker gelegenen Dorf Hersel, das heute als Ortsteil zur Stadt Bornheim gehört. Warum dies? In der jungen Stadt Bornheim, einem Zusammenschluss von 14 Ortsteilen, bildete sich vor 15 Jahren ein örtlicher Verein zur Förderung von Kunst und Kultur, das Kulturforum e.V. Damals im Gründungsjahr war der Auftritt des KMGV das erste größere Kulturereignis. Und so richtete das Kulturforum die Bitte an den Verein, das Jubiläum zu gestalten. Herr Heinrich Hönig, derzeitiger Vorsitzender, erinnerte an diese Geschichte in seiner Begrüßung und dankte für die Bereitschaft, die Rheinhalle zum Jubiläum mit musikalischem Leben zu erfüllen. Freilich musste das Konzert am späten Nachmittag konkurrieren mit dem klaren sommerlichen Wetter, das Vielen die Entscheidung schwer machte. Gleichwohl, es war in doppelter Hinsicht eine bemerkenswerte Darbietung. Die thematische Ausrichtung des Abends war angelehnt an das Konzert des KMGV bei den »classic nights« in der Abtei Brauweiler im Jahr 2014. Die inhaltliche Ausrichtung wie die einzelnen Stücke, sind umfassend beschrieben im Burgboten Nr. 3/2014. Es gab wieder mit 16 Liedern ein abwechslungsreiches Programm aus Volksliedern, das weit über das vertraute deutsche Liedgut hinausweist. Lange Zeit nicht gesungene Volkslieder, bekannte Volksweisen in neuem Satz und viel europäisches Liedgut sollten das Publikum stromaufwärts begeistern. Neu dargeboten wurden »Klassiker« unter den deutschen Volksliedern wie »muss i denn…«, die Wanderschaft - »das Wandern…«, »Ännchen von Tharau« und das bekannte Shanty »My Bonnie is over the Ocean«. Abgerundet wurde das Programm mit zwei Standards aus der Literatur für Männerchor (»Jäger Abschied« und »Jägerchor«) sowie zum Schluss mit dem

schon beim Beethovenfest in Bonn 2014 dargebotenen ebenso schmissigen wie empfindsamen Rheinwalzers von Ernst Fischer. Dirigent Bernhard Steiner verband in seinem engagierten Dirigat wieder Musik und Liedworte zu einer Einheit, indem er – wie schon in Brauweiler – Entstehung und »Ort im Leben« der Lieder überraschend und auch launisch conferierte. Es war also für den Sänger fast eine geläufige Programmfolge – und doch mit Anspruch. Eigentlich sind ja Volkslieder einfache Weisen, die in der künstlerischen Bearbeitung, mit dem Satz, zu kleinen Miniaturen und musikalischen Preziosen geformt werden. Auf kleinem musikalischem (Zeit-)Raum werden die musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten komprimiert. Und damit ein so kurzes »Minutenstück« seine Wirkung über die einfache Melodie hinaus zeigen kann, müssen die einzelnen Elemente, ein Tenuto, eine lange Bindung, der Rhythmus der Konsonanten…, große Präzision erfahren. Jedes kurze Stück hat hier seine eigenen Notwendigkeiten – und Tücken. Ich denke, in dieser Hinsicht war das Konzert in Bornheim mit der Zusatzprobe am Nachmittag und der gelungenen Darbietung am Abend ein wichtiger und zuversichtlich machender Baustein zur Vorbereitung des Jahreskonzertes im Herbst in ähnlicher musikalischer Thematik. Die zweite Besonderheit bestand darin, dass Christopher Brauckmann am Flügel den gesamten Abend über die Chordarbietung begleitete. Er hatte ein großes Pensum zu bewältigen. Von den Arrangements her und der Ausführung hatte dies sein eigenes musikalisches Gewicht. Wie Herr Steiner vor dem Konzert anmerkte: »Wir können dies auch als einen Klavierabend mit großer Männerchorbegleitung auffassen«. Zum Ende dankte das Publikum mit langanhaltendem Beifall und wurde landschaftsgemäß stimmig mit den Zugaben von »Ming eetste Fründin« und »Köln am Rhein du schönes Städtchen« belohnt. BN KMGV-Konzert in Bornheim 15