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Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

Die

Die Essenz der Ribhu Gita Die Ribhu Gita bildet einen Teil des Vishnu Purana 1 . Darin unterweist der Weise Ribhu seinen Schüler Nidagha in der Vedanta-Philosophie. 2 I-19 Oh Brahmin 3 ! Wer hungrig ist, wird satt und zufrieden mit der Nahrung, die er isst. Ich war überhaupt niemals hungrig – wie könnte ich dann zufrieden werden (durch Nahrung)? Weshalb stellst du mir diese Frage (d. h., ob ich mit meiner Mahlzeit zufrieden sei)? I-20 Sobald durch die Tätigkeit der Verdauungsfeuer die Organe der Verdauung ermüdet sind, gibt es da das Auftauchen von Hunger, und sobald das Wasser (im Verdauungssystem) erschöpft ist, gibt es das Auftauchen von Durst. I-21 Hunger und Durst sind die Dharmas 4 des Körpers und nicht die meinen, oh Brahmin! Da es für mich keinen Hunger gibt, bin ich stets zufrieden. I-22 Zufriedenheit bedeutet die Ruhe des Verstandes. Beide (Hunger und Durst) sind Funktionen des Verstandes. Ergründe also, zu wem dieser Verstand gehört – diese Person (das Selbst) ist an diese nicht gebunden. I-24 Das Selbst ist allesdurchdringend wie der Raum. Worin sollte dann also die Bedeutung der Frage: „Von wo kommst du, wohin gehst du“ usw., bestehen? I-25 Ich – der ich Das bin – komme und gehe nicht. Ich wohne an keinem einzigen Ort. Du bist nicht du, andere sind nicht andere, ich bin nicht ich. I-27 Was wäre unerfreulich, was wäre schmackhaft für den hungrigen Mann? Das Schmackhafte wird irgendwann zum Unschmackhaften (verursacht Abscheu). 1 eines der wichtigsten achtzehn Puranas (religiöse Erzählungen) 2 Ribhu benutzt die Fragen Nidaghas danach, ob er mit seiner Mahlzeit zufrieden und nun gesättigt sei, zu einer spirituellen Unterweisung. 3 Weiser 4 d. h. hier: das Schicksal 100

I-28 Das Unerfreuliche wird erfreulich, und der Mensch hat irgendwann wiederum Abscheu vor dem Erfreulichen. Welche Nahrung wäre denn am Anfang, in der Mitte und am Ende gleichermaßen schmackhaft? I-29 So wie ein aus Lehm gemachtes Haus stärker durch das Verkleiden des Lehms wird, so wird dieser aus Erde gemachte Körper stärker durch die Partikel der Erde (d. h., Nahrung). I-31 Indem er sich dieses bewusst macht, lasse deinen Verstand mit seinen Fragen über das Erfreuliche und Unerfreuliche im Gleichmut ruhen, damit er die Befreiung erlangen möge. I-35 Wisse daher, dass alles Eines ist – es gibt in dieser Welt keine Getrenntheit. All dies ist die Form des Einen Höchsten Selbst, genannt Vasudeva 1 . * * * 1 das innerste Selbst 101