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Sivananda_Das Buch der Gitas_Die Essenz des Advaita Vedanta

Geliebter Sucher, dieses Buch der Gitas ist der himmlische Schlüssel für dich, mit dessen Hilfe du den Eintritt in das Reich des Göttlichen Lebens und der Fülle erhälst. Diese Gitas enthalten lebensspendede Botschaften von erleuteten Sehern. Sie haben die Macht, dein Leben von Grund auf zu verwandeln . . .

Die

Die Essenz der Uttara Gita Die Uttara Gita ist ein Teil des Brahmanda Purana 1 und stellt eine Ergänzung der berühmten Bhagavad Gita dar. Sie behandelt Jnana 2 und Yoga und damit zusammenhängende Themen. Gaudapada, der Meister Sankaras, soll einen Kommentar zu dieser Gita geschrieben haben. Die Beherrschung des Verstandes geschieht durch Rückzug der Sinne und Atemkontrolle. Der Weise, der in der unsterblichen Weisheit glücklich geworden ist, hat keine Pflichten mehr zu erfüllen. Sein Verstand ist im Zustand des Samadhi eingetaucht, in dem nur noch Reines Bewusstsein existiert. Der Körper ist im Yoga-Sadhana 3 eine wertvolle Hilfe und sollte daher niemals misshandelt werden. Der Körper ist Ausdruck des fundamentalen Gewahrseins. Sadhana ist ein nur relativer Prozess und spielt im Zustand des Absoluten keine Rolle mehr. Dem Studium von Büchern sollte nicht zuviel Wert beigelegt werden. Über die Essenz muss ohne Unterbrechung meditiert werden. Das gesamte Universum ist nichts als nur Brahman allein. Darin besteht die Essenz der Uttara Gita. I-7 Der gesegnete Lord sprach: Wer im Gehen und Stehen zu allen Zeiten durch ausgedehnte Praxis seinen Atem beherrscht, wird tausend Jahre lang leben. I-17 Die weise Person sollte nach dem Studium all der Bücher und nach dem Erwerb des nötigen Wissens und der Weisheit sämtliche Schriften wie leere Getreidehülsen, aus denen die Körner herausgeschlagen wurden, verwerfen. I-19 So wie es einen, der süßen Nektar gekostet hat, nicht mehr nach Wasser verlangt, so hat derjenige, der Brahman kennen gelernt hat, keinen Nutzen mehr von den Veden. 1 eines der achtzehn Puranas (religiöse Erzählungen) 2 Weg der Erkenntnis 3 spirituelle Praxis des Yoga 104

I-20 Ein Yogi, der zufrieden mit der unsterblichen Weisheit geworden ist und alles getan hat, was zu tun war, hat keinerlei Pflicht gleich welcher Art mehr zu erfüllen. Falls es eine solche für ihn geben sollte, kann er nicht Kenner der Wirklichkeit genannt werden. I-29 Wessen Verstand wie der hingedehnte Himmel und frei von allen Wünschen ist, und wer das unbewegte Sein kennen gelernt hat, wird als einer im Zustand des Samadhi bezeichnet. I-30 Wer lange Zeit wie im Himmel gelebt hat und durch die yogische Praxis trunken von der Essenz des Nektars geworden ist, lebt auf immer in der Seligkeit des Samadhi, die sogar den Tod zerstört. I-31 Im Zustand des Samadhi erfährt man das Selbst, welches nichts Höheres, nichts Niedrigeres, nichts in der Mitte und überhaupt nichts irgendwo sonst kennt (weil es alles ist). I-34 Im Zustand des Samadhi erfährt man das Selbst, welches Fülle oben, Fülle unten, Fülle in der Mitte und Fülle überall ist, denn es allein ist alles. I-36 Die gesegnete Person, rein im Herzen und meditierend über das makellose Eine als „Ich bin das Eine, dieses Alles“, erlangt das Höchste. I-46 Der Raum ist das Vakuum, weil er sich als reine Leere dahindehnt. Das (Brahman) durchdringt den Raum. Die Qualität des Raumes ist der Klang. Das Klanglose Eine ist Brahman. I-47 Die Menschen gewahren durch Zurückhalten der Sinne das Selbst im Körper. Falls der Körper nicht gesund erhalten und beschädigt wird – wie kann dann der Intellekt noch existieren, und wie kann ohne Intellekt Erkenntnis erlangt werden? I-52 So lange man die Wahrheit nicht verwirklicht hat, sollte man die Selbstbeherrschung praktizieren. Sobald die Wahrheit dann erkannt wurde, sieht man überall nur noch das Eine. I-54 Der Körper ist von äußerster Unreinheit und kann als solcher nicht gereinigt werden. Das Selbst ist auf immer rein und benötigt keine Reinigung. Da du diesen gewaltigen Unterschied zwischen beiden kennst – wessen Reinigung vollziehst du da nun? 105