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Die Besteuerung der Renten - unter besonderer Berücksichtigunbg einer Reform des Systems der sozialen Sicherung

Die Besteuerung der Renten - unter besonderer Berücksichtigunbg einer Reform des Systems der sozialen Sicherung - Dissertation aus dem Jahr 1988

154 Tabelle 23

154 Tabelle 23 Beitragsmentalität gegliedert nach dem Alter der Befragten Sollte sich diese Tendenz bestätigen, so wird all denen die Argumentationsbasis entzogen, die sich gegen eine partiell steuerfinanzierte Rentenversicherung wenden. Unter anderem dürfte die anhaltende Diskussion über die Rentenfinanzen negativ auf die betrachtete Beitragsmentalität gewirkt haben. Hinsichtlich der Kenntnis der Rentenbesteuerung und deren Besteuerungsart ergab sich folgendes Meinungsbild : 70,3 % der befragten Personen wußten oder vermuteten, daß die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung zur Einkommensteuer herangezogen werden. Dieses Wissen über die Besteuerung ist bei der Gruppe der über 60 jährigen am größten ( 79,1 % ); aber auch die 15 - 25 jährigen wiesen mit 72 % eine überdurchschnittliche Kenntnis aus. Geringste Kenntnis über die Rentenbesteuerung hatten die 26 - 39 jährigen Personen. 1 Nach Tätigkeitsfeldern gegliedert, dokumentieren die Pensionäre ihren hohen Wissenstand über die Rentenbesteuerung ( 88,9 % ). Die Rentner selbst waren nur zu 78,8 % von der prinzipiellen Steuerpflicht ihrer Alterseinkünfte unterrichtet. Die größte Unwissenheit legten die Selbständigen an den Tag. Von ihnen meinten 42,9 %, daß die Renten der GRV "überhaupt nicht" besteuert werden. Die Arbeitnehmer, als spätere Rentenbezieher, zeigten sich ebenfalls verhältnismäßig uninformiert. Nur 64,8 % von ihnen wußten oder vermuteten, daß sie mit ihrer späteren Rente einmal der Einkommensteuer unterliegen werden. 2 1 Siehe Tabelle 26, Anlage II 2 Siehe Tabelle 25, Anlage II

155 Die Ergebnisse über die Kenntnis der Besteuerungsart können hier nur einschränkend wiedergegeben werden. Aufgrund der erfolgten Fragebogenumgestaltung wurden nur 94 der 116 Personen erfaßt, die die Frage nach der prinzipiellen Besteuerungskenntnis richtig beantworteten. Von den erfaßten Personen zeigten sich 66 % über die Teilbesteuerung der Renten informiert. 34 % vermuteten, die Renten unterlägen im vollen Umfang der Einkommensteuer. Umfassende Kenntnis über die Art der Besteuerung konnten somit nur 37,6 % aller Befragten nachweisen. Diese wiederum empfanden zu 56,7 % die Besteuerung als "gerecht" und zu 40 % als "zu hoch". Nur 3,3 % der Personen, die Kenntnis über die Besteuerungsart hatten, empfanden die derzeitige Rentenbesteuerung als "zu gering". 1 Die befragten Personen, die eine Vollbesteuerung der Renten vermuteten, hielten dies in 65,6 % der Fälle für "zu hoch". Wahrnehmbarkeit und Kenntnis der Besteuerung stehen somit in einem engen Verhältnis zueinander. Auf die Gesamtheit der Befragten bezogen, nahmen 78 Personen ( 47,3 % ) die Rentenbesteuerung als "gerecht" wahr. 6 Personen ( 3,6 % ) machten keine Angaben; 9 ( 5,5 % ) hielten die Besteuerung für "zu gering" und 72 ( 43,6 % ) für "zu hoch". 2 Die folgenden Ergebnisse beziehen sich auf die individuell gewünschte Besteuerung der zukünftigen Alterseinkünfte. In einem direkten Vergleich der beiden Vollbesteuerungsextreme, deren Wirkung in Frage 5 des Fragebogens umschrieben wurde, sprachen sich 73,6 % der Befragten für das vorgelagerte Verfahren aus. Hierzu muß jedoch einschränkend bemerkt werden, daß die negativen Wirkungen dieses Modells auf die Aktiveinkommen in dieser Umschreibung nicht zum Ausdruck kamen. Den größten Anklang fand überraschendermaßen das nachgelagerte Verfahren bei der Gruppe der 40 - 59 jährigen ( 32 % ). Erwartungsgemäß eindeutig fiel die Entscheidung der über 60 jährigen für das vorgelagerte Verfahren aus ( 83,3 % ). 3 Noch deutlicher sprachen sich die Rentner ( 93,8 % ) für dieses, sie begünstigende Besteuerungskonzept aus. 4 Auch die von den Steuersenkungen des nachgelagerten Verfahrens profitierenden Arbeitnehmer zogen zu fast zwei Dritteln ( 73,6 % ) das konkurrierende Modell vor. Die Entscheidung der übrigen Personengruppen fiel nicht so extrem aus. Beamte ( 66,7 % ), Pensionäre (55,6 % ) und "Sonstige" ( 60 % ) gaben aber auch dem vorgelagerten Verfahren den Vorzug. Einzig die Selbständigen folgten mit 57,1 % der das nachgelagerte Verfahren umschreibenden Meinung. 5 1 Siehe Tabelle 33, Anlage II 2 Siehe Tabelle 10, Anlage II 3 Siehe Tabelle 37, Anlage II 4 Siehe Tabelle 36, Anlage II 5 Siehe ebenda

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