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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

38 schem Stil als

38 schem Stil als Backsteinbau errichtet, ist von außen ein durchaus imposantes Bauwerk, das im Inneren – auch Dank einer sorgfältigen, in Erdtönen gehaltenen Ausmalung – mit einer überraschend angenehmen, ja einnehmenden Atmosphäre aufwartet. Vollbesetzt – und vollbesetzt war der Gottesdienst – entfaltete sich diese Atmosphäre von unserer kleinen Sängerempore im Mittelschiff aus betrachtet in ganz besonderer Weise. Nach dem feierlichen, von der Orgel begleiteten Einzug der insgesamt fünf Zelebranten, dem Pfarrer und Dechanten Markus Polders, der drei Vikare und des Diakons, wurde die Messe mit dem ökumenischen Lied »Den Herren will ich loben« zunächst von Gemeinde und Chor gemeinsam eröffnet. Der weitere musikalische Ablauf lag dann – mit Ausnahme des Halleluja, des Credo, des gemeinsamen Dankliedes nach der Kommunion und des unverhofft kurz vor Ende der Messe eingeschobenen »Tantum ergo« – in der Hand des Chores und wurde weitgehend mit Gesängen aus der Missa Dalmatica von Franz von Suppé gestaltet. Nach dem »Kyrie« und »Gloria«, vorgetragen vom großen Chor, folgte als Zwischengesang des Kammerchores das »Te Deum« von Hans Günther Bastian, komponiert im Jahr 1944. Kirchliche Musik aus ganz unterschiedlichen Zeiten, die dennoch beim Hörer nicht das Gefühl eines »Bruchs« aufkommen ließ, sondern auf faszinierende Weise miteinander harmonierte. St. Germanus Die Gabenbereitung begleitete der Chor mit dem in den vergangenen Jahren oftmals aufgeführten, innigen »O Herr gib Frieden« von Dimitri Bortniansky, das auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herren diesmal auswendig gesungen wurde – und siehe da, es hat tatsächlich geklappt. Es folgten aus der Missa Dalmatica das »Sanctus« (großer Chor) und »Benedictus« (Kammerchor) sowie das »Agnus Dei« (Kammerchor und großer Chor), während die dann folgende musikalische Begleitung der Kommunionausteilung in der Hand des Kammerchors lag, der hierzu das »Gratias agimus tibi« von Heinrich Sutermeiser sang. Anschließend haben dann nach der von Gemeinde und Chor gemeinsam gesungenen Danksagung die aktuellen politischen Ereignisse für eine kurzfristige Änderung des Messeablaufs und der musikalischen Gestaltung gesorgt. Zu Beginn der Messe hatte Dechant Markus Polders zum Dank für die Abwendung des bereits angekündigten militärischen Schlages gegen Syrien und in Anlehnung an die am Wochenende zuvor erfolgte Anbetung des Allerheiligsten auf dem Peterplatz in Rom eine Anbetungszeremonie in den Messablauf eingefügt. Abgeschlossen wird diese Zeremonie, die alljährlich insbesondere im Rahmen des Fronleichnamsfestes begangen wird, nach alter kirchlicher Tradition durch einen auf Thomas von Aquin zurückgehen-

den Festgesang, das »Tantum ergo«. Im Begleitheft zur Messe fehlt dieser kurzfristig eingefügte Teil natürlich, und so waren an dieser Stelle die mit der kirchlichen Tradition noch vertrauten Sänger besonders gefordert, die musikalische Begleitung durch den Chor hier nicht ganz abreißen zu lassen. Für dieses Mal hat es noch geklappt… Beim Abschluss des Fest- und Gedenkgottesdienstes, dem vom Chor zum Auszug gesungenen »Hymnus an den Heiligen Geist« von Franz Schubert, waren dann – der Notenmappe sei Dank – wieder alle Sänger mit dabei. In diesem Jahr können wir auf einen insgesamt sehr gelungenen und festlichen Gedenkgottesdienst zurückblicken. Hierfür ist auch all denjenigen zu danken, die den Gottesdienst vorbereitet haben, denn Sie haben, etwa durch die Fürbitte für die im zurückliegenden Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder des KMGV, mit dazu beigetragen, unser Anliegen in besonderer Weise in den Festgottesdienst einzubeziehen. Ginge alles seinen üblichen Gang, ich könnte jetzt meine Datei abspeichern und den Computer runterfahren, denn mit der Danksagung an die Gestalter des Gottesdienstes könnte der Artikel zu Ende sein. Denkste! Denn wer berichtet dann über den an den Gottesdienst anschließenden Festakt im Pfarrsaal der Gemeinde St. Germanus, zu dem alle Sänger samt Begleitung eingeladen waren? Niemand – und das wäre doch schade. Also auch dazu noch ein paar Worte, zumal wir auch in diesem Rahmen noch eine musikalische Rolle gespielt haben. Die Reden – lieber Herr Güsgens, wen es interessiert, Sie haben die Texte und stellen diese dem interessierten Sangesfreund sicher gerne zur Verfügung – ich darf also fortfahren, möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass der Dechant und die Provinzoberin, Sr. Simone Weber, sich bei diesem Teil der Veranstaltung ob der Kürze ihrer Vorträge besondere Verdienste erworben haben. Unser musikalischer Gruß hat mit zwei Opernchören (Carl Maria von Webers »Jägerchor« und dem Eröffnungschor aus »Ernani«), der uns gewidmeten Version des Bläck Fööss-Klassikers »Ming eetste Fründin« und drei Volksliedern (»Ännchen von Tharau«, »Frisch gesungen« und »Muss i denn«) offensichtlich gut zur Unterhaltung der Gäste beigetragen … und es ist uns immerhin gelungen, auf der Bühne eine Diskussion darüber, welche Strophen denn da nun zu singen sind, gar nicht erst nicht aufkommen zu lassen, was dem musikalischen Vortrag sicher nicht abträglich war. Ebenfalls sehr ordentlich geschlagen haben wir uns beim anschließenden Buffet, einer, wie man weiß, ausgesprochen tückischen Disziplin. Rückblickend betrachtet verwundert dieser Umstand angesichts der Qualität schon…es muss wohl daran gelegen haben, dass zu keinem Zeitpunkt Bedenken aufgekommen sind, es könne nicht für alle reichen … Nachdem wir sängerisch gegeben hatten, was zu geben war, dazu das Buffet gut hinter uns gebracht hatten, war es da nicht einfach an der Zeit, uns auch einmal selbst unterhalten zu lassen? War es, und die fünf Herrn von AbraCappella haben das mit Ihren schrägen Zaubertricks, den manchmal derben Späßen und ihrem Gesang ganz wunderbar hinbekommen. Alles in allem ein Abend, der vieles bot, was auf den ersten Blick scheinbar nicht unter einen Hut passt – Festlichkeit, Ernsthaftigkeit, Besinnlichkeit, aber eben auch Freude, Ausgelassenheit und gute Unterhaltung – und dennoch eine »runde Sache« war. Was will man mehr? GF Gedenkgottesdienst 39

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