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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

30 Anlässlich der

30 Anlässlich der gleichen Gelegenheit hat auch Felix Mendelssohn Bartholdy, einer der berühmtesten Musiker seiner Zeit und damals Leiter des im November 1842 gegründeten Leipziger Konservatoriums, ein Chorwerk komponiert, das wir für unser Jahreskonzert ebenfalls einstudieren werden. An Wagners Antisemitismus ist nicht zu deuteln, aber es gab eben offensichtliche musikalische Qualitäten, die auch er bei allem Antisemitismus nicht leugnen konnte. Anders als Giacomo Meyerbeer, den Wagner in seinem 1850 erschienenen Aufsatz »Das Judentum in der Kunst« mit rein antisemitischen Argumenten als unschöpferisch abqualifiziert (und das nur, weil er einer der bedeutendsten Protagonisten der von Wagner vehement abgelehnten französischen »grand opera« war), gehörte Mendelssohn-Bartholdy – trotz seines Judentums – zu den von Wagner zeitlebens musikalisch geschätzten Kollegen. Diese Anerkennung war Wagner wohl auch deshalb möglich, weil Mendelssohn-Bartholdy kein ausgesprochener Opernkomponist war und ihm daher musikalisch niemals »ins Gehege« gekommen ist. Unter der generellen antisemitischen Hetze, die Wagner betrieb und der sich ein großes Publikum lange nicht verschloss, hat aber auch die Rezeption Mendelssohn-Bartholdys in Deutschland stark gelitten. Glücklich war Wagner auch in Dresden nicht. Unzufriedenheit im Amt, persönliche Schulden wegen seines ausschweifenden Lebenswandels und wirtschaftlicher Fehlkalkulationen, Streitigkeiten aller Art, all das mag ihm das Leben in Dresden vergällt haben. Seine Beteiligung am schlussendlich gescheiterten Dresdner Maiaufstand von 1849 zwang ihn dann endgültig zur Flucht, denn er war nun ein steckbrieflich gesuchter Mann. Mit der Hilfe Liszts gelang ihm die Flucht in die Schweiz, aus der er erst 1861 nach Deutschland zurückkehrte. Bis zu seinem Tod im Februar 1883 sollten noch 22 Jahre vergehen, die ihn endgültig zu einem geachteten und verehrten Komponisten machten – auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Der da in Venedig am 13. Februar 1883 starb, war ohne Zweifel einer der ganz großen deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts, ganz sicher aber auch ein schwieriger Charakter. Als Verdi von seinem Tod erfuhr, notierte er: »Triste, Triste, Triste. Wagner è morto!« Ob dieser – wäre es andersherum gekommen – dem großen italienischen Komponisten, über den er sich zeitlebens so gut wie nicht geäußert hat, Vergleichbares nachgerufen hätte? GF

Kammerchor nimmt Arbeit wieder auf Nach der Zillche-Session hat nun auch der Kammerchor seine Arbeit wieder aufgenommen. Rechtzeitig vor dem Tag der offenen Wolkenburg trafen sich die Mitglieder des Chores erstmals in 2013, um ihr Repertoire aufzufrischen. Neu in diesem Jahr sind die veränderten Probenzeiten. Künftig werden die Sänger einmal monatlich samstags in die Wolkenburg kommen, um längere Proben durchzuführen. Dafür entfällt die bisherige wöchentliche Probe. Außerdem singen die Herren einmal im Monat an einem Dienstagabend und an einem Donnerstagabend. Eine Veränderung der Probenzeiten war notwendig geworden, weil »die Nachbetrachtung der Saison 2012 ergeben hat, dass das dort praktizierte Modell eines Probenbetriebes mit wechselnden Probentagen (Montag/Dienstag) nicht mit der erforderlichen Kontinuität umgesetzt werden konnte. Das neue Modell mit einem langen Probensamstag im Monat soll eine intensivere Arbeit am Repertoire und einer homogenen Klangfarbe ermöglichen.« schildert Dirk Pütz, der für die Organisation in dem En- semble verantwortlich ist. Zuwachs hat es auch gegeben. Dem Aufruf des Dirigenten folgten bereits einige Sänger und stellten sich dem prüfenden Gehör des Profis. Dennoch, »der Kammerchor ist immer an einer Aufnahme von neuen und engagierten Sängern interessiert. Entscheidend ist, ob diese stimmlich zum bestehenden Ensemble passen«, so Dirk Pütz. Aber nicht nur die neuen Sänger wurden stimmlich auf Herz und Nieren geprüft. Auch alle anderen Mitglieder des Kammerchores mussten beim Dirigenten vorsingen. Oliver Zittlau, Vorsitzender des Musikausschusses, befürwortet diesen Schritt, denn eine Überprüfung der Stimme werde zur Qualitätssteigerung beitragen. Das komplette Programm der kleinen Chorgruppe des KMGV für dieses Jahr steht noch nicht fest. Auf jeden Fall wird der Kammerchor beim Jahreskonzert in der Philharmonie und bei der Chorreise nach Würzburg und Bamberg einzelne Teile des Programms des großen Chores übernehmen. Des Weiteren wird es ein eigenes Weihnachtskonzert im Dezember geben. RS KMGV Kammerchor 31 Kammerchor in Unkel 2012