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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

Aus dem Archiv 52

Aus dem Archiv 52 Anlässlich des 50. Geburtstages von Bernhard Steiner …blicken wir heute in die Burgbote-Hefte des Jahres 2001, dem Jahr, in dem Steiner die Dirigententätigkeit im KMGV aufnahm. So hieß es beispielsweise im Vorwort zu Heft 2: »Im harmonischen Wechsel begann am 10. Mai die Probenarbeit des neuen KMGV-Dirigenten Bernhard Steiner. Der 37-jährige Wiener setzte sich bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 5. April gegen sieben Mitbewerber durch, die zum Probedirigieren für die freie Position zugelassen waren. Bei den 159 stimmberechtigten Sängern war die Wahl eindeutig: Bereits im ersten Wahlgang erreichte Bernhard Steiner die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit.« Und schon in der darauffolgenden Ausgabe wurde im Vorwort Steiners Arbeitsbeginn als »neue Ära in der musikalischen Arbeit des KMGV« bezeichnet. Dies gelte nicht nur hinsichtlich der Einstudierung neuer Werke, sondern auch bei der Aufarbeitung von Repertoire-Stücken, »die unter seinem Dirigat eine seinen künstlerischen Vorstellungen entsprechende Interpretation erhalten werden«. Neuer Schwung kehrte daraufhin auch in die Probendisziplin und –Teilnahme ein: »Die Sänger haben die neue Aufgabenstellung erkannt und sind sich der daraus erwachsenden Verantwortung bewusst. Das zeigen Aufmerksamkeit und Disziplin bei den Proben mit unserem neuen Dirigenten. Das verrät aber auch die Probenbeteiligung, die trotz urlaubsbedingter Abwesenheiten ... auch während der Ferien bei mehr als 140 Sängern gelegen hat.« Und nach dem ersten Philharmonischen Konzert unter Steiner zog der Burgbote folgende Bilanz: »Die intensive und auf professionelle Leistung ausgerichtete Probenarbeit und die bisher unter seiner Leitung aufgeführten Konzertveranstaltungen ... haben gezeigt, dass die Messlatte für Erfolg und Arbeitsmethode anders gelegt worden ist. Die Sänger haben die Signale verstanden und zeigen uneingeschränkte Bereitschaft, ihrem neuen musikalischen Leiter zu folgen.« Denkmal des Dichters Wolfgang Müller

O-Töne Steiner Meine Herren, das ist ein Liebeslied; Sie müssen das so vortragen, dass die Adressatin ein gewisses Interesse behält. Ich komme mir vor wie ein Kirchenmusiker: Der Organist spielt vor und die Gemeinde singt nach. Wenn ich da vorne rumrudere heißt das: Jetzt will er irgendwas. Beim Artikulieren müssen Sie einen fratzenhaften Gesichtsausdruck annehmen. Bei manchem führt das sogar zu einer Verbesserung des Gesichtsausdrucks. Spannung meine Herren – jugendlich, frisch und dynamisch, nicht lazarettiv. Das Lied ist bereits komponiert – Sie müssen nur noch die Noten nachsingen. Bitte nicht nur nach Gehör singen, sondern gern auch die Noten in die Tonfindung einbeziehen. Und das müssen Sie jetzt so lange üben, bis das Rückenmark von alleine einsetzt. Sie singen das mit einem sehr schönen Gesichtsausdruck, aber geht das auch etwas höher. So wie Sie singen, reicht das nicht mal für eine Dorfkirche. Da ist ein Druckfehler in den Noten. So wie Sie eben falsch gesungen haben ist es richtig. Fidelio, das ist keine Margarine, sondern eine Oper von Beethoven. Es heißt Finale »furioso« und nicht »confuso« Sie können sich ruhig in die erste Reihe setzen, ich habe geduscht. O-Töne Steiner 53

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