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Der Burgbote 2013 (Jahrgang 93)

Neue WDR-Aufzeichnung

Neue WDR-Aufzeichnung mit dem Botze-Quartett des KMGV 32 Am 30.11. hat das WDR-Rundfunkorchester unter der Leitung seines Ehrendirigenten Helmuth Froschauer die Karnevalsoperette »Die Kölner in Paris« aufgeführt. Die Komposition von Bernhard Breuer feierte Weiberfastnacht 1832 Premiere und war danach in Vergessenheit geraten. Bei der »ersten Wiederaufnahme seit 180 Jahren« unterstützte das Botze-Quartett des KMGV die Solisten bei der konzertanten Aufführung im kleinen Sendesaal des Funkhauses am Wallrafplatz. Relativ kurzfristig habe der Verein von der Mitwirkung des Botze-Quartetts an der WDR-Aufzeichnung erfahren, sagt Dirigent Bernhard Steiner mit verschmitztem Lächeln: »Erst aus dem Programmheft!« Aber natürlich wolle man sich die Chance einer weiteren Rundfunk-Produktion, in der der Kölner Männer-Gesang-Verein zu hören sein werde, nicht entgehen lassen. Unter großem zeitlichen Einsatz haben Werner Stoll (2. Tenor), Uwe Liefgen und Dirk Pütz (1. Bass) sowie Johannes Fromm (2. Bass) mit dem musikalischen Leiter des KMGV vornehmlich die Refrains aus Breuers Karnevalsoperette einstudiert. Das Botze-Quartett ist ein loses Ensemble im Kölner Männer-Gesang-Verein, das erstmalig 2011 anlässlich des Konzertes »Dat sin echte kölsche Tön« mit dem WDR-Rundfunkorchester aufgetreten ist. Der Name des Ensembles soll als Hommage an das legendäre Gesangsquartett »Die vier Botze« gelesen werden, das als »kölsche Institution« den Karneval am Rhein über viele Jahre hin-

weg musikalisch geprägt und bereichert hat. Die Geschichte der Operette ist schnell erzählt: Zwei Kölner sind nach Paris geflohen, der eine vor der Cholera, der andere vor der Familie. Sie genießen das unbeschwerte Leben in der pulsierenden Metropole an der Seine und landen schließlich – aus einem Missverständnis – im Kerker. Natürlich kommen die zwei später wieder frei, dank der Hilfe eines dritten Kölners in Paris. Interessanter als das Libretto sind aber die Musik und die wechselvolle Werkgeschichte dieser Operette. »Die Kölner in Paris« es de fröhere Söster vum Zillche Bernhard Breuer (1808-1877) schrieb vor allem für die Domkapelle zu Köln, ist aber vorwiegend als Kompositionslehrer von Jacques Offenbach bekannt. Nur neun Jahre nach der Gründung des »Festordnenden Kommitees« (1823), arrangierte er mit »Die Kölner in Paris« die ältesten, heute noch erhaltenen Orchesterstücke für den noch jungen Karneval. Diesen vergessenen Karnevalsschwank, der in Overtüre und 15 Stücken ein lebendiges Zeugnis der Stimmung der närrischen Gründungsjahre abgibt, entdeckte im letzten Jahr der Musikwissenschaftler Alain Gehring zufällig in einem Archiv. »Was interessant und einmalig an diesem Stück ist, ist diese Mischung aus für Sinfonieorchester instrumentierten Karnevalsliedern, bearbeiteten Opernarien und Tanzmusik – und das ganze auch noch op kölsch«, fasst der Dozent an der Kölner Musikhochschule die Eigenarten von Breuers Karnevalsoperette zusammen. Wer hier Parallelen zum Divertissementchen der Bühnenspielgemeinschaft im KMGV erkennt, irrt nicht. Auch in »Die Kölner in Paris« sollen alle (Frauen-)Rollen von Männern gespielt worden sein. Bernhard Breuer war neben seiner musikalischen Laufbahn auch Mitglied des Festkomitees und arbeitete früh mit den Gründern des Kölner Männer-Gesang-Vereins, die 1874 die »Cäcilia Wolkenburg« aus der Taufe gehoben haben, eng zusammen. Wer den Auftritt des Botze-Quartetts im Rahmen der WDR-Produktion »Die Kölner in Paris« verpasst hat, kann die konzertante Aufführung der Karnevalsoperette noch einmal im Radio verfolgen: am Samstag, 15. März 2014 um 20.05 Uhr auf WDR 4. BW Botze-Quartett 33 Botze-Quartett in der Philharmonie, im Funkhaus des WDR (Alle Fotos aus dem Jahr 2012)

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