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Sturz eines Siegers

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„Was ist los?“, fragte er aufs Geratewohl. „Haben wir

Geldprobleme, von denen ich nichts weiß?“

Teresa riss sich zusammen, das sah Mark. Die Tränen bildeten sich

zurück und ihre Mimik verhärtete sich wieder: „Nein! Haben wir

nicht. Wir haben Anwesenheitsprobleme, Mark. Du bist nie hier

und jetzt willst du mir erzählen, dass du dich nachts mit einem

Harald triffst um über „Kaffee-Traum“ zu sprechen?“

Mark sah die Gelegenheit und griff zu: „Nein natürlich nicht. Ich

habe mich mit Hasan getroffen, um ihm zu helfen. Das hatte ich

dir doch gesagt.“ Hatte er nicht.

„Dabei“ fuhr er fort „hatte er mir von einem Bekannten erzählt,

der bei „Kaffee-Traum“ beschäftigt ist und von seinem Beruf

schwärmt.“ Hatte er nicht. Mark strengte sich an, sein Ruder jetzt

wieder Richtung Wahrheit zu lenken.

„Also rief er ihn an und wir fanden heraus, dass er heute auf der

Raststätte „Bedburger Land“ anzutreffen ist.“ Hatten sie nicht. Mark

wurde innerlich unruhig.

Komm schon, das war die letzte Lüge, dachte er und schloss seine

Ausführung: „Und dort habe ich Harald getroffen, der mir alles

über seinen Job erzählte und mir seine Visitenkarte gab. Die

suchen für den Raum Köln jemanden. Mit Dienstfahrzeug und

allem. Ich ruf da morgen an.“

Mark atmete auf. Teresa schien es zu schlucken.

Vor seinem geistigen Auge sah Mark wieder die Rettungsinsel. Der

Gestrandete war nicht mehr allein. Neben ihm standen Dennis,

Hasan und auch Mark selbst war zu sehen. Alle hielten die

Daumen hoch und grinsten.

Alle bis auf Mark selbst. Dieser stand auf der Insel mit einem

Schild in der Hand. Sein Gesichtsausdruck beschrieb Trauer und

Enttäuschung. Auf dem Schild prangte anklagend in roter Schrift:

„LÜGNER!“

Teresa sah noch nicht gänzlich überzeugt aus, allerdings auch nicht

mehr so wütend, was Mark beruhigte.

Teresa drückte auf den Knopf der Kaffeemaschine und schlang

ihre Arme um sich. In ihrer Wut hatte sie vergessen, sich einen

Morgenmantel überzuwerfen und sie fröstelte.

„Ich hole dir etwas Warmes zum Anziehen.“, sagte Mark und

hechtete bereits die Treppe hoch.

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