05.02.2013 Aufrufe

theorie des hörspiels und seiner mittel - Mediaculture online

theorie des hörspiels und seiner mittel - Mediaculture online

theorie des hörspiels und seiner mittel - Mediaculture online

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

http://www.mediaculture-<strong>online</strong>.de<br />

verbessert werden. Die Methode bewährte sich zum erstenmal in der Karwoche 1952 an<br />

Günter Eichs Hörspiel Die Andere <strong>und</strong> ich. Heute sind Gemeinschaftsproduktionen, die<br />

von Fall zu Fall abgesprochen werden, zwischen den Stationen die Regel, auch die<br />

österreichischen <strong>und</strong> gelegentlich die Schweizer Sender tun dabei mit.<br />

Ich meine, es ist hier nützlich, auch einmal diese <strong>und</strong> ähnliche Planungen der<br />

Hörspieldramaturgien zu notieren: sie geben Einblick in die Bedingungen der Arbeit. Auch<br />

Literatur geschieht ja nicht mehr im isolierten handwerklichen Einzelbetrieb, sondern jeder<br />

Autor steht in einer geistigen <strong>und</strong> wirtschaftlichen Symbiose mit Gruppen <strong>und</strong><br />

Instrumenten, die nicht ohne Einfluß auf seine Tätigkeit bleiben.<br />

Man muß nicht Marxist sein, um die Bedeutung organisatorischer <strong>und</strong> ökonomischer<br />

Fragen gerade auch im Kulturellen zu respektieren. Schon bei der Betrachtung der<br />

verschiedenen R<strong>und</strong>funksysteme, hier <strong>des</strong> kommerziellen, dort <strong>des</strong> freien, da <strong>des</strong> total<br />

staatsabhängigen, war ein Zusammenhang der Ordnungen mit der Hörspielentwicklung,<br />

der förderliche, erschwerende oder gar verhindernde Einfluß der äußeren Formen, klar<br />

geworden. Doch treffen die simplen Vorstellungen, die man sich in der Öffentlichkeit vor<br />

allem über die Honorare macht, nicht zu.<br />

Es ist schwer, die komplizierte Lage auf diesem Gebiet richtig darzustellen. Summen zu<br />

nennen, ohne zugleich die rechtlichen Gegebenheiten zu erörtern, wäre unsinnig.<br />

Andererseits sind die Vertragsformulare, die zwischen Autor <strong>und</strong> R<strong>und</strong>funk bisher galten,<br />

zur Zeit umstritten <strong>und</strong> bedürfen der Veränderung. Sie reichen mit den meisten<br />

Arrangements bis in die R<strong>und</strong>funkpraxis der Vorkriegszeit zurück <strong>und</strong> beruhen auf der<br />

gescheiten Überlegung: daß der R<strong>und</strong>funk, wenn er lebendig sein will, nicht nur<br />

Redakteure, sondern vor allem freie Mitarbeiter braucht, die sich ihm verb<strong>und</strong>en wissen<br />

<strong>und</strong> ununterbrochen neues »Material« liefern, daß es aber sündhaft wäre, dieses<br />

»Material« aus der Fülle geistigen Hervorbringens nach nur einmaliger Verwendung<br />

abgetan sein zu lassen. So wird eine Hauptsumme für das Hervorbringen, für die<br />

»Ausarbeitung« <strong>und</strong> die erste Sendung bezahlt <strong>und</strong> dabei gleichzeitig eine zweite, meist<br />

halb so große, festgesetzt, die bei der Wiederholung am gleichen oder einem andern<br />

deutschen Sender automatisch fällig wird. Der Vertrag schließt das Recht ein, ohne<br />

jeweils neue Genehmigung <strong>des</strong> Autors zu wiederholen; die deutschen Sender hatten ein<br />

248

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!