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Der grosse Konflikt - The Great Controversy

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Verlegenheit. Ruhig und friedlich, dennoch mutig und edel stand er als Gottes Zeuge unter den<br />

Großen der Erde. <strong>Der</strong> kaiserliche Beamte verlangte nun seinen Entscheid, ob er gewillt sei, seine<br />

Lehren zu widerrufen. Luther gab die Antwort in einem unterwürfigen und bescheidenen Ton,<br />

ohne Heftigkeit oder Erregung. Sein Benehmen war demütig und ehrerbietig; dennoch offenbarte<br />

er eine Zuversicht und eine Freudigkeit, welche die Versammlung überraschte.<br />

Seine Antwort lautete. „Allerdurchlauchtigster, großmächtigster Kaiser, durchlauchtigste<br />

Fürsten, gnädigste und gnädige Herren! Auf die Bedenkzeit, mir auf gestrigen Abend<br />

ernannt, erscheine ich gehorsam und bitte durch die Barmherzigkeit Gottes eure Kais. Maj.<br />

und Gnaden, daß sie wollen, wie ich hoffe, diese Sachen der Gerechtigkeit und Wahrheit<br />

gnädiglich zuhören, und so ich von wegen meiner Unerfahrenheit ... wider die höflichen<br />

Sitten handle, mir solches zu verzeihen als einen, der nicht an fürstlichen Höfen erzogen,<br />

sondern in Mönchswinkeln aufkommen.“ (Luthers Werke, Erl., Bd. 64, S. 378.)<br />

Indem er dann zur Frage überging, erklärte er, daß seine Bücher nicht einerlei Art seien.<br />

Einige behandelten den Glauben und die guten Werke, daß auch seine Widersacher sie für<br />

nützlich und unschädlich anerkennen müßten. Diese zu widerrufen wäre ein Verdammen<br />

der Wahrheiten, welche alle Freunde und Feinde zugleich bekennen. Die zweite Art bestehe<br />

aus Büchern, welche die Verderbtheiten und Übeltaten des Papsttums darlegten. Diese<br />

Werke zu widerrufen, würde die Gewaltherrschaft Roms nur stärken und würde die Tür<br />

für viele und große Gottlosigkeiten noch weiter öffnen. In der dritten Art seiner Bücher<br />

habe er einzelne Personen angegriffen, welche bestehende Übelstände verteidigt hätten.<br />

Betreffs dieser bekenne er, heftiger gewesen zu sein, als es sich gezieme. Er beanspruche<br />

keineswegs fehlerfrei zu sein. Aber auch diese Bücher könne er nicht widerrufen, denn auf<br />

diese Weise würden die Feinde der Wahrheit nur noch kühner werden, und sie würden<br />

Gelegenheit nehmen, das Volk Gottes mit noch größerer Grausamkeit zu bedrücken.<br />

„Dieweil aber ich ein Mensch und nicht Gott bin, so mag ich meine Büchlein anders nicht<br />

verteidigen, denn mein Herr Jesus Christus seine Lehre unterstützt hat: Habe ich übel geredet, so<br />

gib Zeugnis vom Übel.“ (Joh. 18, 23.) „<strong>Der</strong>halben bitte ich durch die Barmherzigkeit Gottes Eure<br />

Kaiserliche Majestät und Gnaden oder aber alle anderen Höchsten und Niedrigen mögen mir<br />

Zeugnis geben, mich Irrtums überführen, mich mit prophetischen und evangelischen Schriften<br />

überwinden. Ich will auf das Allerwilligste bereit sein, so ich dessen überwiesen werde, alle<br />

Irrtümer zu widerrufen und der Allererste sein, meine Bücher in das Feuer zu werfen; aus<br />

welchem allen ist, meine ich, offenbar, daß ich genügsam bedacht, erwogen und ermessen habe<br />

die Gefahr, Zwietracht, Aufruhr und Empörung, so wegen meiner Lehre in der Welt erwachsen<br />

ist. ... Wahrlich mir ist das Liebste zu hören, daß wegen des göttlichen Wortes sich Mißhelligkeit<br />

und Uneinigkeit erheben; denn das ist der Lauf, Fall und Ausgang des göttlichen Wortes, wie der<br />

Herr selbst sagt: Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. (Matth. 10,<br />

34.) ... Darum müssen wir bedenken, wie wunderbar und schrecklich unser Gott ist in seinen

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